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Pharmaindustrie: Euroschwäche sorgt für noch schönere Bilanzen

Donnerstag, 6. August 2015

Köln – Die international tätigen deutschen Arzneimittelhersteller profitieren vom schwachen Euro: Da sie ihre Bilanzen in Euro aufstellen, sorgt die Abwertung der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar für höhere Umsätze und Gewinne. So berichtete das forschende Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim von einem Umsatzanstieg im ersten Halbjahr 2015 um 13 Prozent. Ohne den Währungseffekt nahmen die Umsätze aber nur um zwei Prozent auf rund 7,4 Milliarden Euro zu.

Ein ähnlicher Effekt ist bei der Merck KGaA in Darmstadt zu beobachten: Bei der im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten Gesellschaft, die zu 70 Prozent der Gründer­familie gehört, legte der Umsatz im ersten Halbjahr um 15 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro zu. Fast zwei Drittel dieses Zuwachses ging auf den Währungseffekt zurück. Das sogenannte organische Wachstum, also ohne zugekaufte Unternehmensteile, erreichte nur 1,8 Prozent.

Merck mit weltweit 40.200 Beschäftigten hat trotz größerer Forschungsanstrengungen gut verdient. Das Betriebsergebnis (Gewinn vor Zinsen und Steuern) verbesserte sich um 8 Prozent, der Gewinn je Aktie lag mit 1,44 Euro allerdings um einen Cent unter dem Vorjahreswert. Der Konzern, der auch Laborausrüstung und Spezialchemikalien wie Flüssigkristalle für HD-Fernseher produziert, macht knapp 60 Prozent seines Umsatzes mit verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Medikamenten.

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Das wichtigste Arzneimittel, Rebif zur Behandlung rezidivierender Formen der Multiplen Sklerose, hat es im Wettbewerb mit oral zu verabreichenden Medikamenten schwer und konnte zuletzt nur wegen des Währungseffekts seinen Umsatz halten. Der Konzern, der seit langer Zeit keine eigene Innovation auf den Markt bringen konnte, setzt die Hoff­nungen auf die Immunonkologie. In einer Allianz mit dem Branchenriesen Pfizer soll der Anti-PD-L1-Antikörper Avelumab bis zur Marktreife entwickelt und gemeinsam vermarktet werden. Im Frühjahr hat Merck begonnen, Patienten für die klinische Prüfung zu rekru­tieren. Avelumab soll in der Behandlung des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms getestet werden.

Boehringer Ingelheim verwies in der Mitteilung über das erste Halbjahr 2015 auf zahlreiche Neuzulassungen von Medikamenten. Darunter sind Giotrif (Wirkstoff: Afatinib) zur Behandlung von Lungenkrebs, das mittlerweile in mehr als 60 Ländern zugelassen sei, und die Diabetes-Medikamente Synjardy (in der EU) und Glyxambi  (in den USA). Gleichwohl   erzielte der Konzern in Familienbesitz mit verschreibungspflichtigen Präparaten, dem größten Geschäftsfeld, währungsbereinigt nur eine magere Umsatzsteigerung von einem Prozent auf 5,37 Milliarden Euro.

Wachstumstreiber waren dagegen die Selbstmedikation und Tierarzneimittel. Ende Juli hatte Boehringer den Verkauf seines Generikageschäfts in den Vereinigten Staaten an den jordanisch-britischen Konzern Hikma Pharmaceuticals angekündigt – für 2,4 Milliarden Euro, teilweise in Form von Aktien des Käufers. © Stü/aerzteblatt.de

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