NewsVermischtesSiemens baut Medizin­technik-Sparte um
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Siemens baut Medizin­technik-Sparte um

Donnerstag, 6. August 2015

dpa

München/Erlangen – Siemens reagiert mit einer Neuausrichtung des Medizintechnik-Geschäfts auf veränderte Anforderungen im weltweiten Gesundheitsmarkt. Zukünftig soll die Tochter, die gerade erst verselbstständigt wurde, in sechs Regionen und sechs sogenannte Business Areas gegliedert werden. Ziel sei unter anderem eine stärkere Kundenausrichtung, sagte der Chef von Siemens Healthcare, Bernd Montag, in einem internen Interview der Mitarbeiterzeitung Healthcare Insights. Dank der Bündelung von Funktionen und einer flacheren Hierarchie könne man zudem flexibler auf Marktveränderungen reagieren.

Über die geplante Neuausrichtung hatten zuvor die Nürnberger Nachrichten berichtet. Demnach gehören zu den Business Areas die Bildgebung sowie die Bereiche Ultraschall, Therapie, Labordiagnostik, das Geschäft mit kleineren Geräten und als sechstes Geschäftsfeld der Service. Als Wachstumsfelder hat das Unternehmen die Themen Therapie, molekulare Diagnostik und Services im Blick. „In der Therapie wollen wir unsere starke Position in der Radiologie und in den bildgebenden Techniken weiter ausbauen. Deshalb stärken wir unser bestehendes Portfolio und setzen auf strategische Partnerschaften“, sagte Montag in dem Interview.

Anzeige

Der Gesundheitsmarkt ist weltweit in Bewegung. Viele Unternehmen – von den Kranken­häusern bis zu den Versicherern – rücken vor allem in den USA enger zusammen. Die Siemens-Medizintechnik mit zuletzt weltweit noch rund 43.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund zwölf Milliarden Euro ist nach eigenen Angaben Nummer eins bei bildgebenden Verfahren wie Röntgenapparaten und Computertomographen sowie zweitgrößter Anbieter in der Labormedizin hinter Roche aus der Schweiz. Im Bereich Therapie hat Siemens bisher weniger anzubieten. So kämpfte der Konzern in der Partikeltherapie, die bei der Behandlung von Krebserkrankungen zum Einsatz kommt, längere Zeit mit Problemen und macht hier kein Neugeschäft mehr.

„Unser Weg ist der Weg unserer Kunden, die auf massive Veränderungen ihres Umfelds reagieren müssen“, sagte Montag in dem Interview. Dazu gehörten eine zunehmende Konsolidierung und Vernetzung von Gesundheitsversorgern, eine Industrialisierung bei medizinischen Leistungen und ein zunehmendes Gesundheitsmanagement. Es gehe „immer weniger um die Behandlung kranker Patienten, sondern immer mehr um die Vermeidung von Erkrankungen bei Patienten- und Risikogruppen sowie um eine rasche Rehabilitation“.

Der Healthcare-Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Fees reagierte in den Nürnberger Nachrichten positiv auf die Neuausrichtung. „Es geht diesmal ausdrücklich nicht um einen Stellenabbau und auch nicht um ein Kostensparprogramm. Das Unternehmen will auf der vorhandenen Basis neue Geschäftsfelder erschließen und damit in ein neues Zeitalter aufbrechen“, sagte Fees. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2020
Amsterdam – Der Medizintechnikkonzern Philips hat im dritten Quartal deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Dabei profitierte der Konkurrent von Siemens Healthineers von einer großen Nachfrage nach
Philips profitiert von großer Nachfrage nach Beatmungsgeräten
13. Oktober 2020
Venlo – Das Biotechnologieunternehmen Qiagen profitiert weiter von seinen Produkten für Coronatests. Die Erlöse stiegen im dritten Quartal sowohl nominal als auch wechselkursbereinigt im Vergleich zum
Coronatests steigern Umsatz von Qiagen
1. Oktober 2020
Berlin – Eine „Digitale Bestandsplattform Versorgungskritischer Medizinprodukte“ zur Vermeidung von Lieferengpässen bei Krisensituationen hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed)
BVMed schlägt Bestandsplattform für versorgungskritische Medizinprodukte vor
11. September 2020
Berlin – Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung innovativer Medizintechnik tätigt das Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die aktuelle
Forschungsministerium will innovative Medizinprodukte fördern
3. September 2020
Erlangen – Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat sich am Kapitalmarkt knapp drei Milliarden Euro für die Varian-Übernahme besorgt. Die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegebenen neuen
Siemens Healthineers sammelt Milliarden für Übernahme ein
31. August 2020
Amsterdam – Eine Teilstornierung eines Großauftrags der USA für Beatmungsgeräte verschlechtert die Gewinnaussichten des Medizintechnikkonzerns Philips für dieses Jahr. Von den im April durch die
Philips senkt Gewinnausblick
13. August 2020
Lübeck – Die Coronapandemie hat dem Medizintechnikhersteller Drägerwerk im erste Halbjahr ein deutliches Umsatzwachstum beschert. Grund sei die hohe Nachfrage nach Beatmungsgeräten und Schutzmasken
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER