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Viele Rheumapatienten suchen komplementäre Heilmethoden

Montag, 10. August 2015

Stuttgart – Die Wirksamkeit verschiedener komplementärer Methoden in der Rheuma­tologie ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Allerdings gibt es auch einige untaugliche Verfahren auf dem Markt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hin.

Viele Rheumapatienten fragen ihren Arzt laut der Fachgesellschaft nach alternativen Heilverfahren. „Am häufigsten wenden wir derzeit die Fastentherapie bei rheumatoider Arthritis an“, erläutert Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus in Berlin und Experte der DGRh. Denn sogenanntes Heilfasten unterstütze nachweislich die medikamentöse Therapie entzündlicher Prozesse.

Laut der DGRh empfehlen einige Ärzte pflanzliche Mittel wie Ingwer, grünen Tee, Granatapfel, Walnüsse oder Leinsamen. „Grundlagenstudien zeigen zwar entzündungs­hemmende Effekte für diese Nahrungsmittel, aber bei rheumatoider Arthritis konnte die Wirksamkeit bisher nicht belegt werden“, so Michalsen. Bei chinesischen Kräutern rät der Naturheilexperte zur Vorsicht. Denn oftmals sei die Qualität der Arzneipflanzen nicht gesichert.

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Einen empirisch gut gestützten Stellenwert habe die Kneipp´sche Hydrotherapie. Dabei wirkten Wechselbäder, kalte und warme Güsse oder Wickel schmerzlindernd. „Patienten können Quarkwickel und Essigumschläge zur Kühlung anwenden, Bockshornklee oder Bienenwachs zur Wärmetherapie“, so Michalsen. Auch mit der sogenannten Mind-Body-Medizin könnten Betroffene Schmerzen reduzieren und die Lebensqualität verbessern.

Im Mittelpunkt stünden dabei Stressreduktion, Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen wie Yoga oder Tai Chi. „Allein, dass Betroffene sich selbstwirksam mit ihrem Körper beschäftigen, führt oft zu einem gesünderen Lebensstil“, erläutert der Internist. Es lägen jedoch bislang nur Daten aus ersten kleineren randomisierten Studien vor. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 16. August 2015, 14:04

Um sein Geld loszuwerden

genügt doch schon der Besuch beim Orthopäden!
Einer Patientin (77) von mir wurden bei altersbedingter Osteochondrose und Spondylarthrose mit entsprechender Lumbalgie folgende Leistungen als IGeL aufgeschwatzt:
"Schmerzinfusionen" mit Vitaminen, Novalgin, Prednisolon und Omeprazol, Magnetfeldtherapie, Infiltration der kleinen Wirbelgelenke mit antroposophisch-homöopathischen Arzneimitteln, Ultraschalltherapie, Softlaser, mechanische Infrarotmassage, Osteopathie...
Kosten: 500 € Wirkung: 0!
Verkauft mit dem Argument: Sonst müssen Sie halt ins Krankehaus mit ihrem völlig kaputten Rücken!
Mit einem niedrig dosierten Stufe-3-Opioid (2x0.4 Buprenorphin) war die Patientin schmerzfrei und wieder mobil!
Bei den HP ist das Problem, dass die über die Möglichkeiten der verpönten "Schulmedizin" so gut wie nichts wissen, aber von der - marginalen - Wirksamkeit ihrer eigenen Methoden völlig überzeugt sind!
Avatar #103970
DöringDöring
am Dienstag, 11. August 2015, 23:56

Viele Rheumapatienten suchen komplementäre Heilmethoden

Da wird mit viel Lügen den Patienten viel Geld aus der Tasche geholt. Und kommen die Patienten total frustriert wieder zum Hausarzt und weinen noch ihrem Geld hinterher.
Dieter Döring
Facharzt für Allgemeinmedizin
LNS

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