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Langzeitstudien müssen Effektivität bariatrischer Operationen bei Diabetes klären

Montag, 10. August 2015

Mainz – Eine Magenverkleinerung oder ein Magenbypass können das Körpergewicht der betreffenden Patienten deutlich senken und einen Typ-2-Diabetes bessern oder im besten Falle beseitigen. Ob der Stoffwechsel auch langfristig normalisiert bleibt, müssen jedoch erst weitere Langzeit-Studien zeigen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) hingewiesen. Die Fachgesellschaft weist daraufhin, dass Patienten nach der Magenoperation ihren Lebensstil – also Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten – ändern müssen, um das neue Gewicht und eine verbesserte Diabeteskontrolle auf Dauer zu halten.

„Die Erkrankung ist häufig Folge einer jahrelangen qualitativen und quantitativen Überernährung in Kombination mit Bewegungsmangel und passiver Lebensweise, die zur Fettleibigkeit und bei Menschen mit einer polygenetischen Veranlagung zum Diabetes führt“, erläutert Andreas Schäffler, Direktor der Klinik für Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM), Standort Gießen.

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Eine Diät mit Lebensstilmodifikation könnte einen Typ-2-Diabetes im Prinzip heilen oder zumindest langfristig hinauszögern. „Den allermeisten Menschen gelingt es jedoch nicht, ihr Körpergewicht auf Dauer um mehr als fünf bis zehn Prozent zu senken und die Lebensweise nachhaltig zu verändern“, so Schäffler. Das reiche aber in der Regel nicht aus, um den Blutzucker zu normalisieren.

Eine Option sei eine bariatrische Operation. Da aber auch sie mit gewissen Risiken einhergehe, seien Magenband- und -bypass nur sinnvoll, wenn die Gewichtsreduktion auf Dauer erhalten bleibe. Dies erfordere eine dauerhafte Umstellung der Ernährung und der Lebensweise. Erstere werde teilweise durch den kleineren Magen erzwungen, der die Größe der Portionen beschränke. „Die Patienten müssen aber zusätzlich auf eine ausgewogene Ernährung achten“, betont der DGE-Mediensprecher Matthias Weber von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dies gelte insbesondere beim Magenbypass, der die Strecke des Darms verkürze, in der Nahrungsmittel und Vitamine aufgenommen werden.

Wenn diese Umstellung des Lebensstils gelinge, könne die Operation nach Einschätzung der Fachgesellschaft auch langfristig erfolgreich sein.

© hil/aerzteblatt.de

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