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„Junge Ärzte wollen forschen!“

Montag, 10. August 2015

Köln – Ein klares Bekenntnis zur Wissenschaft und bessere Rahmenbedingungen für forschende Ärzte fordert das Bündnis JUNGE ÄRZTE (BJÄ) in einem neuen Positionspapier.

5 Fragen an Dr. med. Kevin Schulte vom BJÄ

DÄ: Das BJÄ hat ein Positionspapier zur akademischen Forschung vorgestellt. Ist das nicht ein Spezialthema?
Schulte: Nein. Eine hochwertige Patientenversorgung benötigt medizinischen Fortschritt und wissenschaftlich versierte Ärzte. Was wir heute herausfinden, hilft uns auch noch in 50 Jahren. Wissenschaft ist eine Investition in die Zukunft!

DÄ: Woran mangelt es?
Schulte: Das Hauptproblem für junge Ärzte, die forschen wollen, ist die fehlende Zeit. Bei dem derzeitigen Versorgungsdruck in der Klinik ist vernünftige Forschung kaum noch zu leisten. Wir fordern ein Ende der „Forschung in der Freizeit“.

Wir vermissen ein klares Bekenntnis zur Wissenschaft. Forschende Ärzte haben es im Augenblick schwer, zum Beispiel verlängert sich durch das wissenschaftliche Arbeiten meist die Facharztweiterbildung.

DÄ: Was fordern Sie von der Politik?
Schulte: Wichtig sind weitere Forschungsstellen für wissenschaftlich interessierte junge Ärzte an Unikliniken beziehungsweise medizinischen Fakultäten. Klinisch und wissen­schaftlich tätige Ärzte sollten auch von der Bezahlung gleichgestellt sein. Außerdem muss der chronischen Unterfinanzierung der akademischen Krankenhäuser entgegen­gewirkt werden, damit ihnen genügend Ressourcen für die Sonderaufgaben im Bereich der Forschung und der Aus-und Weiterbildung bleiben.

DÄ: Was muss sich bei den Kliniken ändern?
Schulte: Der Trend zur Ausrichtung des Klinikmanagements nach ökonomischen Gesichtspunkten darf nicht zu einer Marginalisierung von Wissenschaft und Forschung an diesen Kliniken führen. Wir brauchen vielmehr gezielte Investitionen im Forschungs­bereich. Außerdem muss die Quersubventionierung der Patientenversorgung durch Drittmittel ausgeschlossen sein.

DÄ: Was fordert das BJÄ von der ärztlichen Selbstverwaltung?
Schulte: Es ist wichtig, dass auch die ärztliche Selbstverwaltung sich klar zur Wissen­schaft bekennt und zum Beispiel bürokratischen Hemmnissen deutlich entgegenwirkt. Sehr wichtig wäre eine flächendeckende Anerkennung von Forschungszeiten als fakultativer Inhalt der Facharztweiterbildung.

In unserem Positionspapier schlagen wir vor, bis zu zwölf Monate wissenschaftliche Tätigkeit als Weiterbildungszeit anzuerkennen. Wissenschaftlicher Fortschritt ist immerhin die Grundlage dafür, dass die Patientenversorgung immer besser wird. Wir als akademischer Nachwuchs brauchen eine realistische Perspektive und adäquate Rahmenbedingungen. Denn eines ist ganz klar: Das Interesse und die Begeisterung ist da – junge Ärzte wollen forschen! © hil/aerzteblatt.de

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