NewsPolitikBeschwerden gegen Fluglärm nehmen zu
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Beschwerden gegen Fluglärm nehmen zu

Dienstag, 11. August 2015

dpa

Berlin/Mainz – In den vergangenen Jahren haben die Beschwerden gegen militärischen Fluglärm über Deutschland deutlich zugenommen. Ihre Zahl stieg von 978 im Jahr 2012 auf 2014 im Jahr 2014. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor. Bis zur Mitte dieses Jahres seien bereits 1.226 Beschwerden eingegangen.

Auf die besonderen Risiken von Fluglärm allgemein haben die Universitätsmedizin Mainz und der bundesweite Arbeitskreis „Ärzte gegen Fluglärm“ hingewiesen. Danach führt Fluglärm zu einem vermehrten Auftreten von Gefäßerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. „Fluglärm beziehungsweise Lärm allgemein muss als ein neuer Herzkreislaufrisikofaktor anerkannt werden“, forderte Thomas Münzel, Direktor der Zweiten Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mainz, im August vergangenen Jahres.

Anzeige

Dieser Risikofaktor sei aber vom einzelnen Betroffenen kaum zu verändern. Deswegen sei die Politik gefragt, die Gesundheit der Bürger durch eine entsprechende Gesetzgebung zu schützen.

Zwei konkrete Maßnahmen forderte Henning Thole, Mitglied im Arbeitskreis „Ärzte gegen Fluglärm“ und der Fluglärmschutzkommission Tegel. Zunächst müsse die Politik die Lärmgrenzwerte im sogenannten Fluglärmschutzgesetz den medizinischen Erkenntnissen anpassen. „Außerdem brauchen wir eine nationale Luftverkehrsplanung, um den unkontrollierten Wildwuchs der Flughäfen und des Flugverkehrs zu stoppen“, so Thole.

Laut der jetzt vorliegenden Antwort der Bundesregierung – die sich allerdings nur auf militärischen Fluglärm beschränkt – werde versucht, die Lärmbelästigung auf verschie­dene Übungslufträume möglichst gleichmäßig zu verteilen. Wo immer es möglich sei, würden Übungsflüge ins Ausland oder über Seegebiete verlagert..

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. April 2019
Köln – Zu viel Lärm schädigt nicht nur das Gehör, sondern ist auch ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies zeigen zwei Beiträge in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Heft
Lärm ist ein unterschätztes Gesundheitsrisiko
22. Februar 2019
Stuttgart – Experten fordern strengere Grenzwerte für Verkehrslärm. Bisher gelten tagsüber Werte ab 70 Dezibel und nachts ab 60 Dezibel als gesundheitsgefährdend. Diese Schwellenwerte seien deutlich
Experten fordern striktere Regeln gegen Lärm
18. Februar 2019
Genf/New York – Die Welt­gesund­heits­organi­sation hat zusammen mit der International Telecommunication Union (ITU) eine neue Norm für sogenannte persönliche Audiogeräte wie MP3-Player beschlossen.
Schwerhörigkeits-Epidemie: WHO beschließt neue Norm für MP3-Player und andere Audiogeräte
31. Januar 2019
Havanna – Nach der mysteriösen Erkrankung eines weiteren Diplomaten hat Kanada sein Botschaftspersonal in Kuba stark reduziert. Wie das kanadische Außenministerium gestern mitteilte, wurden bei einem
Kanada halbiert Botschaftspersonal in Kuba nach Krankheitsfällen
17. Januar 2019
Berlin – Die Bundesregierung plant vor 2021 keine strengeren Grenzwerte für Fluglärm. Das Umweltbundesamt solle prüfen, wie sich die Lautstärke von Flugzeugen etwa beim Start und der Landung
Regierung will Fluglärm-Grenzwerte nicht vor 2021 verschärfen
8. Januar 2019
Washington – Die angeblichen „Akustik-Attacken“ auf US-Botschaftspersonal in Havanna könnten laut einer neuen Untersuchung eine natürliche Ursache gehabt haben. Ein Aufnahme von Geräuschen, über die
„Akustik-Attacken“ auf US-Botschaftspersonal womöglich natürlichen Ursprungs
14. Dezember 2018
Miami – Die Erkrankung von US-Diplomaten in Havanna, die vor 2 Jahren nach vermeintlichen „akustischen Attacken“ über Schwindelgefühle und kognitive Einschränkungen klagten, bleibt rätselhaft. Nachdem
LNS
NEWSLETTER