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Politik

Land Berlin fördert Behandlung bei unerfülltem Kinderwunsch

Mittwoch, 12. August 2015

Berlin – Ehepaare mit unerfülltem Kinderwunsch können bei einer reproduktions­medi­zinischen Behandlung jetzt auch finanzielle Unterstützung vom Land Berlin erhalten. Das berichten die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin und die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin. Der Bund beteiligt sich bei der Förderung der Maß­nahmen. Berlin ist das sechste Bundesland, das sich dem Bundesförderprogramm zur assistierten Reproduktion anschließt.

Bisher übernehmen bei Kinderwunschbehandlungen in Berlin die gesetzlichen Krankenkassen die Hälfte der Kosten, die andere Hälfte müssen die Paare selber tragen. Mit dem Förderprogramm können sich die Paare nunmehr die Hälfte ihres Selbst­kostenanteils vom Land Berlin und vom Bund finanzieren lassen, das heißt, sie müssen zukünftig nur noch 25 Prozent selber tragen. In Berlin wird der zweite und dritte Behandlungsversuch bezuschusst, die Krankenkassen beteiligen sich bei den ersten drei Versuchen einer Behandlung.

Für die Förderung stehen für ein Jahr insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, wovon der Bund und Berlin jeweils die Hälfte übernehmen.

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„Ich freue mich, dass wir in Berlin damit den Kreis der Ehepaare, deren Kinderwunsch sich bislang nicht erfüllt hat, erweitern können. Dies gilt gerade auch für Paare, die sich dies bislang nicht leisten konnten“, sagte Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU).

Für die Umsetzung der Fördermaßnahme ist die KV Berlin zuständig. „Die KV Berlin überwacht die ambulante Behandlung und hilft bei der Organisation der Finanzierung. Wir sind der Ansprechpartner, um das Verfahren schnell und unbürokratisch in die Wege zu leiten“, erläuterte Burkhard Bratzke, Vorstandsmitglied der KV Berlin.

Paare, die eine Maßnahme in Anspruch nehmen wollen, müssen miteinander verheiratet sein und das 25. Lebensjahr vollendet haben. Die Förderung bekommen Frauen bis zu einem Alter von 40 Jahren, Männer bis zum 50. Lebensjahr. Bereits laufende Behandlungen werden nicht unterstützt. Vor einem Behandlungsbeginn sollten sich die Paare bei ihrer Krankenkasse und bei der KV Berlin über die genauen Voraussetzungen beraten lassen.

„Immer wieder wird beklagt, dass in unserem Land zu wenige Kinder geboren werden – deshalb ist es richtig, dass Paare, die sich Kinder wünschen auch eine Unterstützung erhalten. Ich hoffe sehr, dass weitere Bundesländer nachziehen und dem Beispiel Berlins folgen“, sagte Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Manuela Schwesig (SPD). 

© hil/aerzteblatt.de

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