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Medizin

Mammakarzinom: Neuer Biomarker erkennt Mikrometastasen im Kernspin

Donnerstag, 13. August 2015

dpa

Cleveland – US-Forscher haben ein Kontrastmittel für die Kernspintomographie (MRT) entwickelt, das Metastasen eines Mammakarzinoms in einem sehr frühen Stadium darstellen kann, wie ihre Publikation in Nature Communications (2015; 6: 7984) zeigt.

Ein Drittel aller Brustkrebspatientinnen entwickeln im Verlauf der Erkrankung Fernmetastasen in Knochen, Lunge, Leber, Lymphknoten oder dem Gehirn. Mit den herkömmlichen Staging-Untersuchungen wie Röntgen-Thorax, Lebersonographie und Skelettszintigrapie werden Metastasen erst relativ spät entdeckt.

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Auch die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) kann Metastasen erst ab einer Größe von mehreren Millimetern erkennen. Das jetzt von einem Team um Zheng-Rong Lu von der Case Western Reserve University, Cleveland, entwickelte Verfahren konnte Metastasen im Knochen bereits ab einem Durchmesser von einem halben Millimeter nachweisen. Diese Metastasen bestehen dann laut Lu erst aus wenigen hundert Zellen.

Möglich wurde dies mit einem Marker, der nicht an den Tumorzellen bindet, sondern Merkmale des umgebenden Bindegewebes erkennt. In der Frühphase kommt es am Ort der Metastase zu einer vermehrten Bildung von Fibronektin, das dort mit Fibrin Komplexe bildet. Diese Komplexe werden von einem nur fünf Aminosäuren kurzen Penta-Peptid erkannt, das die US-Forscher mit dem MRT-Kontrastmittel Gadotersäure (Gd-DOTA) verbunden haben. Es handelt sich um ein Chelat, das in seinem Inneren das magne­tische Element Gadolinium enthält, das in der MRT ein Signal gibt.

Das Kontrastmittel hat bei Mäusen die Metastasen eines Mammakarzinoms sehr früh­zeitig mit einer hohen Sensitivität nachgewiesen. Die Bindung an Fibronektin könnte von besonderem Vorteil sein, da Fibronektin in den Metastasen ein rasches Wachstum anzeigt. Die Forscher denken, dass bis zum Abschluss der präklinischen Entwicklung noch drei Jahre vergehen werden. Sollte sich der MRT-Biomarker dort als verträglich und zuverlässig erweisen, könnte danach mit klinischen Studien begonnen werden. © rme/aerzteblatt.de

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