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Medizin

Nicht-allergene Pollenbestandteile können Allergien verstärken

Freitag, 14. August 2015

Neuherberg – Einen neuen Mechanismus, wie nicht-allergene Polleninhaltsstoffe Allergien verstärken können, haben Wissenschaftler des Zentrums Allergie und Umwelt (ZAUM) am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität (TU) München entdeckt. Ihre Arbeit ist im Fachjournal Allergy erschienen (doi 10.1111/all.12707).

Die Forscher um Carsten Schmidt-Weber und Jan Gutermuth testeten zunächst den Einfluss von Pollenextrakt des hoch allergenen beifußblättrigen Traubenkrauts (Ambrosia artemisiifolia) auf B-Zellen. Diese produzieren das Immunglobulin E (IgE), eines für allergische Reaktionen bekanntlich zentralen Immunglobulins. „Wir konnten sowohl in vitro als auch in vivo zeigen, dass der gesamte Pollenextrakt die Ausschüttung der Allergie-typischen IgE Antikörper verstärkt“, fasste einer der Hauptautoren der Studie, Sebastian Öder, die Ergebnisse zusammen.

Per Ausschlussverfahren testeten die Wissenschaftler daraufhin, welche Komponenten genau die Reaktion auslösen. Dazu setzten sie B-Zellen entweder dem Allergen Amb a 1, dem Pollen-assoziierten Stoff PPE1 oder dem Gesamtextrakt beziehungsweise einer Protein-/Allergen-freien Fraktion des Extraktes aus. „Interessanterweise verstärkten bis auf Amb a 1 alle Stoffe eine entsprechende Immunreaktion der B-Zellen“, so Öder. Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass die verstärkte Ausschüttung von IgE durch die B-Zellen nicht vom eigentlichen Hauptallergen Amb a 1 abhängt, sondern vor allem durch Kleinststoffe wie PPE1 zustande kommt.

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Um die Relevanz ihrer Ergebnisse zu überprüfen, testeten die Wissenschaftler auch Pflanzenextrakte von Birken, Kiefern und Wiesen-Lieschgras. Sie konnten so zeigen, dass der Effekt nicht nur in Ambrosia sondern auch bei Bäumen und Gräsern eine Rolle spielt.

„Bisher war angenommen worden, dass eine allergiefördernde Wirkung von nicht-allergenen Pflanzeninhaltsstoffen hauptsächlich durch dendritische Zellen vermittelt wird“, erläutert der ZAUM-Direktor Schmidt-Weber. Der von der Arbeitsgruppe beschriebene Mechanismus über B-Zellen eröffne eine andere Sicht auf diese Thematik und biete neue Ansatzpunkte für Therapien bei allergischen Erkrankungen. © hil/aerzteblatt.de

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