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Politik

Gröhe: Lob für Spitzenforschung

Freitag, 14. August 2015

 Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) im Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum /dpa

Marburg/Neuss – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hat nach einem Besuch im Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT) die deutsche Forschung gelobt: „Wir wollen Spitzeninnovation im Gesundheitswesen. Wir haben in Marburg Spitzentechnologie vom Feinsten. Mich ärgert es aber gelegentlich, wenn in vielen Zusammenhängen fast verächtlich über Apparatemedizin gesprochen wird."

Gröhe hatte das sich noch im Aufbau befindene Zentrum in Marburg im Rahmen seiner Sommerreise besucht. Während der Reise durch Deutschland standen auch  das Unfallkrankenhaus in Berlin, das Filmset der TV-Serie "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" in Erfurt und das Universitätsklinikum Gießen und Marburg, ein Präventionsprojekt für ältere Menschen in Köln sowie das Bio-Tech-Unternehmen Qiagen in Hilden auf dem Programm. „Der deutsche Anspruch ist: Spitzenmedizin muss allen Menschen zur Verfügung stehen, egal was sie verdienen", erklärte Gröhe.

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Die Forschung muss auch die Pflege und Begleitung des Menschen beachten
Angesichts der Fortschritte in der Parkinson-Forschung, über die sich Gröhe an der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Gießen und Marburg informierte, sagte er: „Die Forschung bei der Therapieentwicklung muss auch die Pflege und Begleitung des Menschen dabei im Blick haben." Besonders bei für Menschen, die durch neue Methoden viel früher über eine mögliche Erkrankung beschneit wissen, müssten dabei begleitet werden. Damit verknüpft er auch eine künftige ethische Debatte: „Wir werden darüber diskutieren müssen, wie wir uns ethisch mit dem zusätzlichen Wissen verhalten."

Gesetzesvorhaben im Zeitplan
In den aktuellen Geseztesvorhaben seines Hauses sieht er sich in einem guten Zeitplan: „Wir sind froh, dass mit dem Präventionsgesetzes und dem Pflegebedürftigkeitsbegriff Projekte realisiert werden, die nun ein Jahrzehnt intensiv diskutiert wurden", so Gröhe. Auch mit den Pflegereformen sei ein „gewaltiger Schritt nach vorne" gemacht worden. „Wir haben den Pflegevorsorgefonds durchgesetzt ist. Damit wurde erstmals ein Fonds aufgesetzt, mit dem innerhalb des Systems angespart wird und nicht individualisiert." 

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Gegen Kritik, bei derzeit guter Arbeitsmarktlage werde zu viel Geld ausgegeben, wehrte sich der Minister: „Wenn ich mir die Krankenhausreform und die Kommentierung durch die geschätzten Länder ansehe, dann gibt es eigentlich nur Nachforderungen, keine Vorschläge, wo eingespart werden könnte."

Tempo machen bei der DigitalisierungAuf gutem Weg sei auch die Digitalisierung des Gesundheitswesen: „Die Telematik-Infrastruktur dürfte eines der größten Digitali­sierungs­projekte weltweit sein. Das ist industriepolitisch spannend." Daher sei es nun wichtig, gemeinsam mit der Selbst­verwaltung Tempo zu machen, aber dennoch den Datenschutz nicht zu vergessen. „Auf der Gesundheitskarte ist jetzt ein Passbild, doch sie kann mehr. Und ich will, dass sie das bald zeigen sollte", mahnte Gröhe. 

Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter kündigte zudem an, dass das geplanten Pflegeberufegesetz im sechs bis acht Wochen vorgelegt werde. „Ich bin sehr von der generalistischen Pflegeausbildung überzeugt. Damit gibt es mehr Aufstiegschancen und Perspektiven innerhalb der Pflege." Gleichzeitig soll auch die Akademisierung in den Pflegeberufen vorangetrieben werden. Ebenso solle das Schulgeld, das einige Länder weiterhin verlangen, abgeschafft werden.  © bee/aerzteblatt.de

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