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Politik

Hessen will weniger Tierversuche

Freitag, 14. August 2015

Wiesbaden – Hessen will die Zahl von Tierversuchen reduzieren. Die schwarz-grüne Regierung unterstützt deshalb zwei neue Professuren an den Universitäten in Frankfurt und Gießen, die sich ab 2016 dem Tierschutz widmen sollen. Insgesamt kommt vom Land eine Anschubfinanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren, wie Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden ankündigte. Zusätzliches Geld geben die Hochschulen und Stiftungen.

An der Universität Frankfurt sollen zelluläre Systeme weiterentwickelt werden, die beim Test von Wirkstoffen Tierversuche ersetzen könnten. An der Uni Gießen werden die Fördergelder auf zwei Professuren in der Tier- und Humanmedizin verteilt. Ziel der Forschungen, bei denen auch die Uni Marburg kooperiert, ist die „Optimierung“ von Tierversuchen. In Gießen gibt es seit längerem eine Professur für Tierschutz, die derzeit aber unbesetzt ist.

Im Koalitionsvertrag haben sich CDU und Grüne eine Reduzierung von Tierversuchen zum Ziel gesetzt. Außerdem sollen die Versuche langfristig durch alternative Verfahren ersetzt werden.

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An Hessens Hochschulen ist die Zahl der Tierversuche von 676 (2010) auf 526 (2013) gesunken. Die Zahl der verbrauchten Tiere ging von knapp 61.000 auf 48.000 zurück, wie die Regierung zuletzt im Frühjahr auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Ursula Hammann berichtete. Die meisten Versuchstiere sind Mäuse, Ratten, Kaninchen oder Fische. Aber auch Katzen, Hunde, Schweine oder Affen sind darunter.

Auf dem Weg zu weniger Tierversuchen ist Hessen auch der EU-Tierschutzrichtlinie von 2010 verpflichtet, die bei Versuchen das Prinzip „Verringern, Verbessern, Vermeiden“ verlangt. „Nicht jeder Tierversuch ist per se grausam“, gab die Frankfurter Unipräsidentin Birgitta Wolff zu bedenken. Sie verwies auf moderne bildgebende Verfahren in der Wissenschaft. Ihr Gießener Kollege Joybrato Mukherjee meinte, dass es zumindest in der Arzneimittelforschung auch langfristig nicht ohne Tierversuche gehen werde. © dpa/aerzteblatt.de

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