Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Ärztekammer und Medizinstudierende gegen Zwangsmaßnahmen zur Förderung der Allgemeinmedizin

Montag, 17. August 2015

Berlin/Münster – Gegen Zwangsmaßnahmen zur Förderung der Allgemeinmedizin hat sich die Ärztekammer Westfalen-Lippe ausgesprochen. „Die Förderung des haus­ärztlichen Nachwuchses funktioniert nur über Motivation und Werbung für eine attraktive und erfüllende ärztliche Tätigkeit, nicht über Zwangsmaßnahmen“, heißt es in einem Forderungskatalog zum sogenannten „Masterplan Medizinstudium 2020”. Laut der Kammer sind weder ein Pflichtquartal im Praktischen Jahr noch eine verpflichtende Weiterbildung in der Allgemeinmedizin sinnvoll. „Vielmehr gilt es, die Allgemeinmedizin im Kanon der medizinischen Fächer zu stärken. Beispielsweise müssen alle medizi­nischen Fakultäten über einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin verfügen“, hieß es aus der Kammer.

Deren Präsident Theodor Windhorst forderte, angehende Ärzte umfassend auf die Versorgung von Patienten vorzubereiten. Das bedeute nicht nur die Aneignung von medizinischem Fachwissen. Man müsse dem medizinischen Nachwuchs auch eine Perspektive über die Approbation hinaus bieten. „Nachwuchsentwicklung hört nicht beim approbierten Arzt auf, sondern umfasst auch die Frage: Wo wollen die angehenden Ärzte künftig tätig sein?“ sagte Windhorst.

Gegen Zwangsmaßnahmen kämpft auch die Bundesvertretung der Medizinstu­dieren­den in Deutschland (bvmd). Sie sieht bei der Förderung der Allgemeinmedizin vor allem die medizinischen Fakultäten in der Pflicht: Über die Einrichtung eines Lehrstuhls an allen Standorten sowie die Integration allgemeinmedizinischer Lehrinhalte während der gesamten Studiendauer werde das Fach aufgewertet. Außerdem sollten Förderpro­grammen Medizinstudierende für diese Fachrichtung gewinnen, erläuterte ein bvmd-Sprecher gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

In ihrer Stellungnahme zum von der Bundesregierung geplanten „Masterplan Medizinstudium 2020“ hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) gefordert, die Studien­platzvergabe zu reformieren und neben der Abiturnote weitere Kriterien für das Auswahlverfahren heranzuziehen. Stärker berücksichtigt werden sollen nach Ansicht der BÄK unter anderem psychosoziale Kompetenzen, soziales Engagement und einschlägige Berufserfahrung.

Eine umfassende Reform des Medizinstudiums fordert der Marburger Bund. Die Ärztegewerkschaft nennt als Maßnahmenvorschläge eine zielgerichtete Auswahl von Studienbewerbern, mindestens zehn Prozent mehr Medizin-Studienplätze, mehr Praxisnähe und die Abschaffung von sogenannten Teilstudienplätzen.

© hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Loewenherz
am Dienstag, 18. August 2015, 14:39

und sie haben es immer noch nicht verstanden...

Nierderlassungs- und Arbeitsbedingungen (deutlich!) verbessern, für stabile Gehälter auf Krankenhausniveau in der Weiterbildung und konkurrenzfähige Einkommen zu anderen Facharärztlichen Gruppen sorgen und schwuppdiwupp... die Allgemeinmedizin wird ein Revival erfahren.

Nachrichten zum Thema

22.06.17
Mainz – Medizinstudierende können an der Universitätsmedizin Mainz jetzt ein Wahlpflichtfach „Medizin im digitalen Zeitalter“ belegen. Das Mainzer Konzept „Curriculum 4.0“ soll in der......
19.06.17
Ostländer wollen dauerhafte Beteiligung des Bundes an Hochschul­finanzierung
Berlin – Die Wissenschaftsminister der fünf ostdeutschen Flächenländer Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern fordern in einem gemeinsamen Positionspapier eine......
16.06.17
Berlin – Der Medizinische Fakultätentag (MFT) will die Vermittlung von Wissenschaftskompetenz im Studium weiter ausbauen. Medizinstudierende sollen dazu stärker auch praktisch an wissenschaftliches......
08.06.17
Trier – Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hält die Ultraschallausbildung während des Medizinstudiums für unzureichend. „Jeder Medizinstudierende sollte am Ende seines......
07.06.17
CDU und FDP einigen sich auf Medizinfakultät in Bielefeld
Düsseldorf – Das Ringen um eine medizinische Fakultät in Ostwestfalen-Lippe (OWL) scheint beendet: 50 Millionen Euro wollen CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen (NRW) für die Errichtung einer......
07.06.17
Hannover – Die Ärztekammer Niedersachsen hat ihre Forderung nach einer Aufstockung der Medizinstudienplätze erneuert und gleichzeitig ein bundesweites Approbationsregister gefordert. „Grundsätzlich......
07.06.17
Bonn – 25 Medizinstudierende der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sollen ab dem Wintersemester 2018/19 ihr Studium an der Universität Siegen absolvieren können. Die Medizinerausbildung......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige