NewsHochschulenForschungs­kooperationen: Vertrag zwischen Uni und Bayer bleibt unter Verschluss
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Forschungs­kooperationen: Vertrag zwischen Uni und Bayer bleibt unter Verschluss

Dienstag, 18. August 2015

Münster – Die Universität Köln muss einen Kooperationsvertrag mit dem Pharma­konzern Bayer nicht offenlegen. Das hat das Oberverwaltungsgericht Münster am Dienstag entschieden und damit ein erstinstanzliches Urteil des Verwaltungsgerichts Köln bestätigt. Das Recht auf Einsicht in die Vereinbarung aus dem Jahr 2008, die die Grundlage für eine Forschungskooperation zwischen der Uni und dem Bayer-Konzern der Medizin ist, sei weder aus dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) noch aus dem Hochschulgesetz in NRW abzuleiten. Im Gegenteil hat der Gesetzgeber nach Ansicht der Richter den Bereich der Forschung bewusst aus der Offenlegungspflicht herausgenommen, weil er ihn für schutzwürdig halte.

Die Entscheidung gilt als Grundsatzurteil und war von Hochschulen und Universitäten im Land mit Spannung erwartet worden. Im Gegensatz zum Kläger sieht das OVG auch keinen Verfassungsverstoß. Revision ließ das Gericht nicht zu. Dagegen kann beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde eingelegt werden.

Als Kläger war Philipp Mimkes vom Verein Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) aufgetreten. Der Vereinsgeschäftsführer berief sich wie bereits in der ersten Instanz vor dem Verwaltungsgericht Köln auf das Informationsfreiheitsgesetz und beklagte einen immer größer werdenden Einfluss der Wirtschaft auf Wissenschaft und Forschung in Deutschland.

Anzeige

Pro und Contra: Forschungs­kooperationen zwischen Universitäten und Wirtschaft öffentlich machen?

Köln – Seit 2008 gibt es einen Vertrag zwischen der Universität zu Köln und der Bayer Pharma AG über eine Forschungskooperation in der medizinischen Forschung. Vertragsdetails wurden nicht publik gemacht.

Überraschung am Rande: Auf Nachfrage des Gerichts bestätigte die Universität, dass ein Teil des Kooperationsvertrags mit Bayer nicht mehr gültig ist. Die Forschungszusammenarbeit sei ausgelaufen, nur noch bei einer gemeinsamen Doktoranden-Schule für Pharmakologie und Therapieforschung arbeiteten Hochschule und Konzern weiter zusammen.

Mimkes beklagte in der mündlichen Verhandlung, dass besonders im Bereich der Patente und der kommerziellen Verwertung von Forschung die Entwicklung in die falsche Richtung gehe. Das Gericht betonte dagegen, dass es nicht die Aufgabe des OVG sei, über juristisch-politische Dinge zu entscheiden, sondern über die richtige Anwendung der vom Gesetzgeber vorgegebenen Regelungen.  © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

8. April 2020
Berlin – In der Coronakrise plant die Bundesregierung weitere Erleichterungen für BAföG-Empfänger und Hilfen für Wissenschaftler. Das Bundeskabinett hat heute ein entsprechendes Vorhaben von
Regierung plant Unterstützung für Studierende und Wissenschaftler
8. April 2020
Brüssel – Inmitten der Coronakrise ist im Europäischen Forschungsrat ERC ein offener Streit ausgebrochen. ERC-Chef Mauro Ferrari reichte gestern seinen Rücktritt ein und warf den EU-Institutionen
Offener Streit in EU-Forschungsrat inmitten der Coronakrise
3. April 2020
München – Zur Erforschung des Coronavirus haben sich in Bayern rund 100 Wissenschaftler und rund 70 Medizinstudierende zu einem interdisziplinären Forschungsteam zusammengeschlossen. Dies teilten
Bayerns Wissenschaftler tun sich im Kampf gegen SARS-CoV-2 zusammen
26. März 2020
Berlin − Die deutsche Forschung zur Bekämpfung von SARS-CoV-2 soll besser organisiert werden. Dazu stellt Bun­des­for­schungs­minis­terin Anja Karliczek (CDU) 150 Millionen Euro für ein Netzwerk der
150 Millionen Euro für Nationales Netzwerk der Universitätsmedizin im Kampf gegen COVID-19
5. März 2020
Bamberg – Die Universität Bamberg baut an ihrer Fakultät für Wirtschaftsinformatik und angewandte Informatik ein Realwelt-Labor für Schmerz- und Demenzforschung auf. Im Bamberger „Living Lab“ sollen
Uni Bamberg eröffnet Realwelt-Labor für Schmerz- und Demenzforschung
28. Februar 2020
Wiesbaden – Deutschland hat nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) das in der Wachstumsstrategie für die Europäische Union „Europa 2020“ festgelegte Ziel übertroffen.
Deutschland übertrifft Ziel der EU-Wachstumsstrategie
27. Februar 2020
Bonn – Wissenschaftler des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) forschen daran, Arzneimittelallergien leichter nachzuweisen. Das Institut arbeitet dabei eng mit der Klinik für
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER