NewsAuslandMüttersterblichkeit in ärmsten Staaten um Vielfaches höher
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Müttersterblichkeit in ärmsten Staaten um Vielfaches höher

Dienstag, 18. August 2015

Hannover – Frauen in den ärmsten Ländern tragen ein 25 Mal so hohes Risiko, infolge von Schwangerschaft und Geburt zu sterben, als solche in Industriestaaten. Das Sterberisiko von Säuglingen ist 13 Mal so groß. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Datenreport 2015 der Stiftung Weltbevölkerung hervor. Zu den ärmsten Staaten zählen 48 Staaten in Afrika, in Asien und der Karibik.

Der Studie zufolge ist die Müttersterblichkeit weltweit seit 1990 zwar um etwa die Hälfte gesunken. Starben 1990 weltweit 523 000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, waren es 2013 rund 289 000. Das ist aber weit entfernt vom ursprünglichen Ziel der Vereinten Nationen, die Sterblichkeit bis 2015 um drei Viertel zu senken.

Anzeige

Geschäftsführerin Renate Bähr forderte: „Regierungen müssen sich vor allem stärker für eine bessere Gesundheitsversorgung und Gleichberechtigung engagieren.“ Die nachhaltigen Entwicklungsziele, die die UN im September verabschieden wollten, böten dafür eine historische Chance. Hierbei sei auch die Bundesregierung gefordert.

Die Überlebenschancen für Frauen bei der Geburt sind vor allem in den weniger entwickelten Regionen der Erde gering, wo 83 Prozent der Weltbevölkerung leben. Weltweit hat sich die durchschnittliche Kinderzahl aber von rund fünf Kindern pro Frau in den 1960er Jahren auf nun 2,5 Kinder halbiert, so die Autoren des Reports. Dennoch dürfte die Weltbevölkerung von heute 7,3 Milliarden Menschen auf 8,5 Milliarden in 2030 und 9,7 Milliarden im Jahr 2050 wachsen. Zu der Zeit dürften in Afrika südlich der Sahara mit zwei Milliarden doppelt so viele Menschen leben wie heute.

In dieser Region, wo eine Frau im Schnitt fünf Kinder auf die Welt bringt, lebt auch „die jüngste Jugendgeneration aller Zeiten”, heißt es in der Studie: 43 Prozent der Menschen dort sind unter 15 Jahren. Auch die Zahl der ungewollten Schwangerschaften ist dort recht hoch.

Unter den 15- bis 24-Jährigen sind demnach nur 36 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen ausreichend aufgeklärt. Die Autoren der Studie schlagen vor allem stärkere Investitionen in Familienplanungs-, Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten vor.

© dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. Januar 2020
Toronto – Kanadier, denen regelmäßig das Geld für Nahrungsmittel ausgeht, hatten in einer Kohortenstudie im kanadischen Ärzteblatt CMAJ (2020; 192: E53-60) eine um bis zu 9 Jahre verminderte
Nahrungsmangel verkürzt das Leben – auch in reicheren Ländern
20. Januar 2020
Berlin – Die Bundesregierung lässt demografische Trends bei Familien in Deutschland untersuchen. Dazu wollen das Bundesinnenministerium (BMI) und das Bundesbildungsministerium (BMBF) in einer Studie
Bundesregierung lässt Trends bei Familienmodellen erforschen
20. Januar 2020
London – Die Chancen auf ein langes Leben in Gesundheit werden in den USA und in England stark durch Bildung und Wohlstand beeinflusst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in den Journals of
Reiche Menschen bleiben länger gesund
30. Dezember 2019
Hannover – In der Nacht zum 1. Januar 2020 werden voraussichtlich 7,754 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Diese Schätzzahl legte die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) kürzlich in Hannover
Schätzung: Zahl der Erdbewohner zum Jahreswechsel bei rund 7,75 Milliarden
27. November 2019
Richmond – Seit 2014 sinkt in den USA erstmals in Friedenszeiten die Lebenserwartung der Bevölkerung. Die Ursachen dieser „Retrogression“ reichen nach einer umfassenden Analyse im amerikanischen
USA: „Retrogression“ der Mortalität begann schon in den 1990er-Jahren
13. November 2019
Yokohama – Menschen, die über 110 Jahre alt werden – im Englischen als Supercentenarians bezeichnet – erfreuen sich im Laufe ihres Lebens meist guter Gesundheit. Eine mögliche Ursache für diese
Anpassung des Immunsystems mit außergewöhnlicher Langlebigkeit assoziiert
12. November 2019
Nairobi – Um das Wachstum der Weltbevölkerung zu begrenzen, wollen bei einer UN-Konferenz in Nairobi die Beteiligten die Rechte von Frauen stärken. „Den Zeitpunkt und die Zahl der Kinder zu bestimmen,
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER