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Plötzlicher Herztod bedroht COPD-Patienten

Mittwoch, 19. August 2015

München – Auf das Risiko von Patienten mit einer chronisch-obstruktive Lungen­erkrankung (COPD) für einen plötzlichen Herztod hat der Verband Pneumologischer Kliniken (VPK) hingewiesen. Studien haben laut dem Verband ergeben, dass dieses Risiko im Verlauf der Erkrankung auf etwa das Doppelte im Vergleich zu Menschen ohne COPD ansteigt.

„Wenn COPD-Patienten zusätzlich regelmäßige Exazerbationen erleiden und stark erhöhte Entzündungswerte aufweisen, steige ihr Herztod-Risiko sogar auf das Dreifache. Denn akute Exazerbationen wirken sich wie regelrechte Entzündungs-Booster aus, die fatale Folgen für das Herz haben können“, erläutert Thomas Voshaar, Vorstandsvorsitzender des VPK und Chefarzt des Lungenzentrums am Krankenhaus Bethanien Moers.

Entzündungsprozesse bei COPD führen laut Voshaar zu einer Überblähung der Lunge und zu weiteren Veränderungen der Atemwege, dem sogenannten Remodelling. Gelegentlich entwickle sich auch ein Lungenhochdruck. Bei schwerer COPD und vor allem während akuter Exazerbationen könne es zu Herzrhythmusstörungen, akuten Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen oder auch zu einem plötzlichen Herztod kommen.

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„Um dieses Risiko zu verringern, sollten bei älteren COPD-Patienten mehr präventive Maßnahmen ergriffen werden“, so der Pulmunologe. Wichtig sei, bei akuten COPD-Exazerbationen im Krankenhaus nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz der Patienten zu überwachen, um so rasch wie möglich eingreifen zu können, wenn sich ein akutes Koronarsyndrom entwickelt.

Daher sollten Ärzte bei allen Patienten mit einer exazerbierten COPD gleich nach der Aufnahme in die Klinik ein EKG anfertigen und die Entzündungswerte im Labor überprüfen. „Vor allem bei älteren Patienten mit COPD und bei fortgeschrittener Erkrankung sollte eine gezielte kardiologische Untersuchung und gegebenenfalls eine Anpassung der Medikamente erfolgen“, so Voshaar.

© hil/aerzteblatt.de

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