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Rheumapatienten immer häufiger beschwerdefrei

Mittwoch, 19. August 2015

Bremen – Immer mehr Rheumapatienten sind in Remission und können ihre Medika­mente reduzieren und manchmal sogar absetzen. Das berichten die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) gemeinsam mit der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR).

Noch vor zehn Jahren wollten Rheumatologen laut den Fachgesellschaften bei rheumatoider Arthritis (RA) in erster Linie die Schmerzen lindern und das Fortschreiten der Gelenkentzündung bremsen. „Heute stecken wir unsere Ziele höher“, erläutert Jens Gert Kuipers, Tagungspräsident der DGRh und Chefarzt der Klinik für internistische Rheumatologie am Roten Kreuz Krankenhaus Bremen.

Im Jahr 2013 erreichten mit etwa 34 Prozent mehr als doppelt so viel RA-Patienten eine Remission als im Jahr 1997. Damals lag diese Quote bei 15 Prozent. „Bei Kindern mit Gelenkrheuma, der juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA), gelingt das Erreichen eines Krankheitsstillstands am häufigsten innerhalb der ersten fünf Jahre“, so Hans-Iko Huppertz, Klinikdirektor der Professor-Hess-Kinderklinik in Bremen und Tagungspräsident der GKJR.

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Bei beschwerdefreien Patienten, die mindestens sechs Monate in Remission sind, können Rheumatologen laut den Fachgesellschaften die Medikamente in Absprache mit dem RA-Patienten nach und nach reduzieren. Zunächst wird die Dosis der Glukokortikoide, dann die der Biologika verringert. „Bleiben die Beschwerden weiterhin aus, können wir zuletzt auch die konventionellen Basistherapeutika, wie Methotrexat, abbauen“, so Kuipers. Das müsse jedoch äußerst vorsichtig geschehen, denn Studien zeigten für diesen letzten Schritt ein hohes Rückfallrisiko.

Bei Kindern mit JIA ist die Reihenfolge anders: „Nach dem Absetzen der Glukokortikoide reduzieren wir meist erst das Methotrexat“, so Huppertz. Dann setzen Ärzte bei inaktiver Erkrankung das zuletzt in die Therapie eingeführte Biologikum ab. „Bei etwa elf Prozent konnte die Biologika-Therapie nicht nur reduziert, sondern vollständig abgesetzt werden, weil die Beschwerdefreiheit anhielt“, so Huppertz.

Auch zehn bis zwanzig Prozent der RA-Patienten erreichten in Studien eine medikamentenfreie Remission über mindestens ein Jahr. Gute Voraussetzungen dafür haben laut der DGRh insbesondere Rheuma-Patienten, die früh mit der Therapie beginnen. Nach Absetzen der Medikamente bestünde allerdings das Risiko, dass die Erkrankung wieder aufflamme. „In diesem Fall kann die Therapie meist problemlos wieder aufgenommen werden“, erklärt Kuipers. Das mache Mut, einen Abbau häufiger zu wagen, so Kuipers.

© hil/aerzteblatt.de

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