NewsVermischtesForschung: Risikobewertung von Nanomaterialien in der Umwelt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Forschung: Risikobewertung von Nanomaterialien in der Umwelt

Donnerstag, 20. August 2015

Sulzbach – Zur Abschätzung des Risikos synthetischer Nanomaterialien auf Mensch und Umwelt ist im Oktober 2014 das Forschungsprojekt „NanoUmwelt - Risikoanalyse synthetischer Nanomaterialien in der Umwelt“ gestartet. Elf Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Landes- und Bundesbehörden arbeiten dabei an innovativen Methoden, um die Nanopartikelbelastung und die hieraus resultierenden Risiken für Mensch und Umwelt bewerten zu können. Unter der Leitung der Postnova Analytics GmbH sind neben der Fraunhofer-Gesellschaft unter anderem auch das Umweltbundesamt sowie die Universitäten Trier und Frankfurt beteiligt.

„Ziel ist es, den Eintrag synthetischer Nanomaterialien in unterschiedlichen Umwelt­kompartimenten, wie Boden, Klärschlamm, Fließgewässer, Bodenorganismen, Muscheln und Fischen, aber auch im Menschen zu quantifizieren und die Erschei­nungsformen der Nanomaterialien in den jeweiligen Umgebungen zu charakterisieren“, erläutert die stellvertretende Projektkoordinatorin, Yvonne Kohl, vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT, Sulzbach.  

Das IBMT geht im Rahmen des Projekts der Frage nach, wie sich eine dauerhafte Exposition geringer Mengen an Nanomaterialien auf den Menschen und die Umwelt auswirkt. Hierzu sammeln die Wissenschaftler des Instituts Umweltproben aus reprä­sentativen Ökosystemen und entwickeln Methoden zur standardisierten Aufbereitung des organischen Materials für die Analytik und zur veränderungsfreien Langzeitlagerung.

Anzeige

Um auch den Mensch als Teil der Umwelt zu berücksichtigen, wollen sie  einen Online-Fragebogen zur Erfassung einer möglichen Nanopartikelexposition erstellen und in enger Kooperation mit dem Umweltbundesamt Blut- und Urinproben junger Erwachsener sammeln. Anhand dieser Proben werden von Projektpartnern nach­weisstarke Analysemethoden zur Verfügung gestellt, um zu ermitteln, mit welchen Nanomaterialien und in welcher Menge Mensch und Umwelt in Deutschland belastet sind. Zudem sollen neue Modelle zur Untersuchung humantoxikologischer Effekte von Nanomaterialien im Niedrigdosisbereich entwickelt und die Barriere­gängigkeit von Nanomaterialien (Überwindung der Lungen- und der Darm-Barriere) untersucht werden, um Aussagen über die Aufnahme in den Körper zu treffen.

Die Projektdauer beträgt 36 Monate. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das interdisziplinäre Vorhaben im Rahmen des NanoCare-Programms mit 1,8 Millionen Euro. Die Ergebnisse sollen in die BMBF-Datenbank „DaNa 2.0 – Daten und Wissen zu Nanomaterialien“ einfließen, die die Daten für die Öffentlichkeit allgemeinverständlich aufbereitet.

© KBr/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Oktober 2019
Bonn – Eine Arbeitsgruppe um Elvira Mass vom LIMES-Institut der Universität Bonn wird in den kommenden Jahren ein allgegenwärtiges Umweltrisiko für das menschliche Immunsystem erforschen: die
Bonner Wissenschaftler untersuchen den Einfluss von Nanoplastik auf die Entwicklung von neurologischen Krankheiten
18. September 2019
Düsseldorf – Kohlenstoff-Nanopartikel werden nach der Aufnahme in die Zelle in sogenannten Lysosomen gespeichert und verändern die Genexpression nicht nennenswert – zumindest nicht in den den ersten
Was mit Nanopartikeln in der Zelle geschieht
18. September 2019
Erlangen – Mit einem zwei Tonnen schweren Magnetroboter sollen künftig Krebszellen effektiver bekämpft werden können. Mittels winziger Nanopartikel leitet die derzeit in einem Forschungsprojekt am
Magnetroboter soll Krebszellen präzise bekämpfen
6. Juni 2019
Potsdam – Wissenschaftler des Max-Planck-Institut (MPI) für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam haben Nanopartikel so weiterentwickelt, dass Immunzellen der Haut – die Langerhanszellen –
Nanopartikel machen Impfungen über die Haut möglich
5. Februar 2019
Ulm – Wissenschaftler aus acht europäischen Ländern wollen Knorpeldefekte im Knie mit neuartigen Biomaterialien ersetzen und so das Risiko eines weiteren Gelenkverschleißes verringern. An dem mit 5,5
Europäisches Verbundprojekt erprobt Strategien gegen Kniearthrosen
12. April 2018
Bath/England – Britische Nanophysiker haben ein Pflaster entwickelt, das den Blutzucker nichtinvasiv bestimmen kann. Der in Nature Nanotechnology (2918; doi: 10.1038/s41565-018-0112-4) vorgestellte
Pflaster misst Blutzucker über die Haarwurzeln
13. Februar 2018
Dallas – Mit einem Nanoroboter ist es gelungen, die Blutzufuhr von Tumoren in Mäusen zu kappen, sodass die Krebszellen sich reduzieren. Die erfolgreiche Demonstration der autonomen zielgerichteten
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER