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Politik

G-BA: DMP zu rheumatoider Arthritis verschiebt sich auf unbestimmte Zeit

Donnerstag, 20. August 2015

Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat in seiner öffentlichen Sitzung das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt, Vorarbeiten zum künftigen Disease Management Programm (DMP) Depression zu beginnen. Die Vorbereitungen für ein DMP rheumatoide Arthritis verzögern sich dagegen erheblich. Ein DMP Depression hatte die Bundesregierung im GKV-Versor­gung­stärkungsgesetz, das seit Mitte Juli 2015 in Kraft ist, beauftragt.

Zur Vorbereitung einer erstmaligen Erarbeitung einer Richtlinie für ein DMP müssten Leitlinienrechereche, Leitlinienauswahl sowie deren Bewertung durch das IQWiG geleistet werden. Die Patientenvertreter forderten in der Sitzung eine Klarstellung vom Präsidium, wann die Vorbereitungen für ein DMP rheumatoide Arthritis und Arthrose beginnen.

Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA, erklärte, dass die Vorbe­reitungen zu den beiden anderen DMP „zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen“ werden würden, ohne hier konkreter zu werden. Als Begründung nannte sie, dass „uns der Gesetzgeber mit dem DMP Depression dazwischen kam.“ Auch G-BA-Chef Josef Hecken bedauerte diese Verzögerung: „Zeitgleich können wir Depression und rheumatoide Arthritis nicht bearbeiten, da musste der Gesetzgeber priorisieren. Glücklich findet die Entscheidung niemand. Ich halte sie für falsch.“

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HIV-Test: Eintrag in den Mutterpass
Ebenso beschloss der GBA einstimmig, aber gegen die Meinung der Patientenvertreter, den Eintrag eines HIV-Testes in den Mutterpass. Diese Änderung der Mutterschafts-Richtlinien wird bereits seit 2007 diskutiert. Bislang wird die Beratung, nicht aber die Durchführung dokumentiert. Das Ergebnis des Tests wird weiterhin nicht im Mutterpass vermerkt. Die Patientenvertreter befürchten eine Stigmatisierung der Frauen, die den Test aus unterschiedlichen Gründen nicht wahrnehmen wollen. Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigungsagte in der Sitzung, dass der Schutz des Kindes, der Mutter und später des Personals bei der Entbindung wichtiger zu werten sei als der Stigmatisierungsgedanke einzelner. „Der Nutzen und Vorteil der Dokumentation steht vor der Angst der Stigmatisierung“, so Feldmann.

Screening auf Mukoviszidose beschlossen
Auch beschloss der GBA einstimmig die Einführung eines Screening auf Mukoviszidose bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres. Ziel des neuen Screening-Angebotes ist es, für betroffene Kinder einen möglichst frühen Behandlungsbeginn zu ermöglichen. Mukoviszidose betrifft etwa eines von 3.300 Kindern.

Der Beschluss zur Früherkennungsuntersuchung auf Mukoviszidose steht in engem Zusammenhang mit der Neufassung der Kinder-Richtlinie, die vom G-BA am 18. Juni 2015 beschlossen wurde. Beide Beschlüsse sollen gemeinsam in Kraft treten, sobald auch die noch für dieses Jahr erwarteten Beschlüsse zur Kinder-Richtlinie über Regelungen zur Dokumentation der Früherkennungsuntersuchungen im Kinder-Untersuchungsheft „Gelbes Heft“, zur Evaluation und zu qualitätssichernden Maß­nahmen gefasst wurden. © bee/aerzteblatt.de

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