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Politik

110 Millionen Euro Verlust bei der AOK

Donnerstag, 20. August 2015

Berlin – Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) schreiben rote Zahlen. Im ersten Halbjahr verzeichneten sie nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Donnerstag) ein Defizit von 110 Millionen Euro. Die Kasse erklärt den Fehlbetrag mit gestiegenen Kosten für Arzneimittel und Krankenhäuser. „Die Ausgaben steigen mit rund vier Prozent viel schneller als die Einnahmen”, sagte Martin Litsch vom AOK-Bundesverband im Gespräch mit der Zeitung.

Schon im ersten Quartal hatten fast alle gesetzlichen Kassen Verluste eingefahren. Die einzigen Ausnahmen waren die AOKen sowie die Knappschaften, die ihren Überschuss bis zur Jahresmitte laut FAZ sogar auf 48 Millionen Euro steigern konnten. Die AOKen, die im ersten Quartal noch ein Plus von 36 Millionen Euro erwirtschaftet hatten, gerieten hingegen in den Folgemonaten in einen finanziellen Abwärtstrend. „Dieser rasante Ausgabenanstieg ist auf Dauer nicht finanzierbar”, erklärte Interimsvorstand Litsch.

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Allerdings verfügt die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung über milliardenschwere Reserven. Am Ende des ersten Quartals wiesen die Kassen ein Finanzpolster von rund 15,5 Milliarden Euro aus. Die Rücklagen des Gesundheitsfonds, der die Versicherten­beiträge einsammelt und an die Kassen verteilt, summierten sich Ende März auf 9,8 Milliarden Euro. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #648115
Zalando
am Sonntag, 23. August 2015, 21:15

immer wenn es um die Honorarrunden geht...

kommen die schlechten Zahlen der Kassen mit den Ausgabensteigerungen in die Presse..
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 20. August 2015, 21:20

Wir hören jedes Jahr dieselbe Leier...

von den notleidenden, krisengeschüttelten Altherren-Chören der Gesetzlichen Krankenkassen! Muss man befürchten, dass die Privatvillen der Vorstandsmitglieder zwangsversteigert werden? Sollen die GKV-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter nur noch von Wasser und Brot leben?

Wer dies glaubt, ist nicht ganz dicht! Selbst betriebs- und volkswirtschaftliche Laien können berechnen, dass die ersten beiden Quartale im Jahr mit 6 Monatsbeiträgen an Renten und Kran­ken­ver­siche­rungsabgaben w e n i g e r bringen, als die Quartale 3 und 4 mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Dies entspricht im 2. Halbjahr etwa 7 Monatsbeiträgen für die GKV-Kassen und damit einem Plus von knapp 16,7 Prozent an Mehreinnahmen.

Doch diese banale und seit Jahrzehnten bestätigte Erkenntnis ist offensichtlich an den PR- und Kommunikations-Stabsstellen nicht nur der AOK vorbeigerauscht. Selbst Martin Litsch, Interims-Vorstand und Nachfolger von Jürgen Graalmann beim AOK-Bundesverband, ist diese Betrachtungsweise völlig entgangen.

Und dabei sitzt die GKV auf milliardenschweren Reserven: Im März 2015 hatten die Kassen ein Finanzpolster von rund 15,5 Milliarden Euro. Rücklagen des Gesundheitsfonds lagen Ende März noch bei 9,8 Milliarden Euro.

Wer rechnen kann, ist übrigens klar im Vorteil: Im Jahr 2011 lagen die Ausgaben der AOK bei rund 68,3 Milliarden Euro (Quelle: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/181764/umfrage/ausgaben-der-gesetzlichen-krankenkassen/). Davon betragen die jetzt beklagten und beweinten 110 Millionen Euro Verlust bei der AOK gerade mal 0,16 Prozent der gesamten Jahresausgaben von 2011.

Werbeausgaben der AOK sind dagegen wohl "peanuts": Mindestens bis Ende 2017 unterstützt die AOK als Hauptsponsor den Deutschen Handballbund (DHB). Zu sehen ist das grüne Logo auf der Brust der Männer-Nationalmannschaft. Der Deal, der eine Option auf Verlängerung beinhaltet, soll dem Verband jährlich zwischen 700.000 und einer Million Euro einbringen – je nach sportlichem Erfolg.
Quelle: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/nachricht-detail/gkv-ausgaben-die-werbedeals-der-krankenkassen/?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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