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Arzneimittelausgaben leicht gestiegen

Freitag, 21. August 2015

dpa

Frankfurt – Um 6,3 Prozent sind die Arzneimittelausgaben im ersten Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen. Das geht aus Berechnungen des Statistik­dienstleisters Ims Health hervor. Insgesamt betrugen die Kosten für Medikamente ohne Impfstoffe von Januar bis Juni 17,6 Milliarden Euro.

Laut Ims Health gehen drei Viertel der Ausgabensteigerung auf drei Arzneigruppen zurück. Mit 51 Prozent entfällt der größte Anteil auf antivirale Mittel (ohne HIV-Präparate). In dieser Gruppe habe es seit Februar 2014 mehrere Neueinführungen zur Therapie von Hepatitis C gegeben. Für weitere 14 Prozent der Ausgabensteigerung sind Augen­präparate verantwortlich, mit denen primär Patienten mit Makuladegeneration behandelt werden.

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11 Prozent ergeben sich aus der Steigerung bei direkten Faktor Xa Hemmern, die zur Prophylaxe von Thrombosen und Embolien bei verschiedenen Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt werden. „Zuwächse ergeben sich somit zuvorderst also bei Innovationen zur Behandlung der Hepatitis C, bei ebenfalls noch relativ neuen Therapien gegen altersbedingte Erkrankungen des Auges, die im Zuge des demografischen Faktors zunehmen, sowie bei neuen Gerinnungshemmern“, so die Erklärung des Statistikdienstleisters.

Ebenfalls gestiegen ist den Berechnungen zufolge die Menge der abgegebenen Arzneimittel-Packungen. Sie stieg im ersten Halbjahr 2015 um zwei Prozent, das entspricht rund sechs Millionen mehr abgegebenen Packungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dabei gab es bei den einzelnen Arzneisegmenten sowohl Steigerungen als auch Rückgänge.

So wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres etwas mehr als neun Millionen Packungen Generika abgegeben (plus vier Prozent), wobei es sich mehrheitlich (92 Prozent) um rezeptpflichtige Präparate handelt. Der Steigerung bei Generika steht ein Rückgang von etwas weniger als sechs Millionen Packungen bei Medikamenten mit ausgelaufenem Patentschutz gegenüber. Bei patentgeschützten Arzneien erhöhte sich der Absatz um über 900.000 Packungen.

Die restlichen zwei Millionen Packungen an Mehrabgaben verteilen sich auf verschie­dene Produktarten wie etwa Präparate, die nie einen Patentschutz hatten, Impfstoffe oder Diagnostika. Laut Ims Health ist die Erkältungswelle, die Anfang des Jahres herrschte, für einen großen Teil der Mehrabgaben verantwortlich.

„Fasst man die Mehrabgaben bei verschiedenen Kategorien von Erkältungs­medika­menten zusammen und berücksichtigt teilweise den ebenfalls deutlichen Mengenzuwachs bei Schmerzmitteln – die bei Erkältungskrankheiten oftmals angewendet werden – so gehen etwa 40 Prozent der Mehrabgaben im ersten Halbjahr auf das Konto der Erkältungswelle“, verwiesen die Statistiker. © hil/aerzteblatt.de

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