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Robert Koch-Institut gibt neue Impfempfehlungen heraus

Montag, 24. August 2015

dpa

Berlin – Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat ihre Impfempfehlungen überarbeitet. Änderungen gibt es beim Schema für die Pneumokokken-Impfung im Säuglings- und Kleinkindalter, bei der Meningokokken-B-Impfung, bei der Gelbfieberimpfung und der passiven Immunisierung gegen Windpocken.

Bei der Pneumokokken-Impfung sollen Säuglinge zukünftig drei statt bisher vier Impfstoffdosen eines Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs erhalten und zwar im Alter von zwei, vier und 11 bis 14 Monaten. „Für die bestmögliche Wirksamkeit der Impfung sollen die einzelnen Impfstoffdosen unbedingt im jeweils empfohlenen Alter gegeben werden“, hieß es aus der STIKO. Das 2+1-Schema hat den Vorteil, dass Säuglinge im Alter von drei Monaten eine Impfung weniger benötigen. Neue Daten zur Wirksamkeit des kürzeren Impfschemas hatten die Änderung möglich gemacht.

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Für Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, gilt aber unverändert das bisherige 3+1-Schema. Frühgeborene sollen also wie bisher vier Impfstoffdosen im Alter von zwei, drei, vier und 11-14 Monaten erhalten.

Gegen Meningokokken der Serogruppe B ist seit Dezember 2013 ein Impfstoff in Deutschland verfügbar. Die STIKO hält aber die bisherigen Studienergebnisse und die daraus resultierende Evidenz für noch nicht ausreichend für eine generelle Impf­empfehlung. Allerdings rät die STIKO zur Indikationsimpfung – Ärzte sollen also nach individueller Risikoabschätzung Personen mit Grundkrankheiten gegen Meningokokken B impfen.

Bei der Gelbfieberimpfung empfiehlt die STIKO aufgrund der Änderungen in den internationalen Gesundheitsvorschriften keine Auffrischimpfung mehr. Grund dafür ist, dass in den vergangenen Jahren mehrere Studien auf einen lebenslangen Impfschutz nach einmaliger Gelbfieberimpfung hingewiesen haben.

Die Kommission hat außerdem die Anwendung von Varizella-Zoster-Immunglobulinen erweitert. Ärzte sollten passiv immunisieren, wenn ein erhöhtes Risiko für eine schwere Windpocken-Infektion besteht und nicht mit dem Lebendimpfstoff geimpft werden konnte. Die Empfehlung dazu gilt jetzt bis zu zehn Tage nach Erregerkontakt und auch für Frühgeborene mit Kontakt zum Erreger.

© hil/aerzteblatt.de

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