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Multimediales Training für Chirurgen sinnvoll

Montag, 24. August 2015

Witten/Herdecke – Welche Persönlichkeitsmerkmale angehenden Chirurgen besonders nützen und welche Lernmethoden sinnvoll sind, hat Cornelia Lindlohr von der Universität Witten/Herdecke in ihrer Promotion untersucht. „Hat das Spielen von PC-Games einen Einfluss auf das Operationsergebnis, oder führt sogar die Fähigkeit mit chinesischen Essstäbchen zu essen zum Erfolg? Ist eine gute Examensnote entscheidend? Sind diejenigen Mediziner, die vor dem Studium schon eine Berufsausbildung absolvierten, besonders für die Chirurgie geeignet?“ umriss Lindlohr einige ihrer Fragen.

Dafür setzte sie eine Online-OP Lehre für Chirurgen ein, die ihre Doktormutter Carolina Pape-Köhler zusammen mit dem Chefarzt der Viszeral-, Gefäß- und Transplantations­chirurgie am Klinikum Köln-Merheim entwickelt hat. Die Forschergruppe initiierte eine klinische Interventionsstudie, die untersuchte, ob dieses multimedialen Online-Pro­gramm eine gute Lehrmethode darstellt und wer besonders erfolgreich in der Ausbildung ist.

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An der Studie nahmen 70 angehende Chirurgen teil. Ihre Aufgabe bestand darin, an OP-Modellen von Schweinelebern eine Gallenblasse minimal-invasiv zu entfernen. Die Operationsverläufe wurden mit der Videokamera dokumentiert. Danach wurden Untergruppen gebildet, die unterschiedliche Formen der Unterweisung zum Beispiel weiteres praktisches Training, multimediales Training, Vorlage einer OP-Fibel oder kein Training erhielten.

Die Auswertung der Videos ergab, dass das multimediale Training zu besseren Lernergebnissen führte als das reine praktische Training. Ein erfolgsversprechender Faktor war außerdem ein Alter jenseits von 30 Jahren. Das überraschte die Forscher, die angenommen hatten, dass junge Menschen besonders gut lernen können. „Doch scheinen Lernstrategien, die man sich im Laufe des Lebens aneignet, zielführenden und erfolgsversprechend Einfluss zu haben“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

© hil/aerzteblatt.de

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