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Ärzteschaft

Jeder vierte niedergelassene Arzt steht kurz vor dem Ruhestand

Montag, 24. August 2015

dpa

Wiesbaden/Berlin/Frankfurt – Die Ärzte in Deutschland werden immer älter: Mehr als ein Viertel (26 Prozent) der Niedergelassenen waren Ende 2013 über 60 Jahre oder älter. Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der in Praxen tätigen Ärzte war mindestens 50 Jahre alt. Das berichtet das Statistische Bundesamt. Im Vergleich dazu sind die insgesamt 5,1 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen deutlich jünger: Nur 36 Prozent von ihnen waren Ende 2013 50 Jahre oder älter.

„Die Gesellschaft altert, und mit ihr auch die Ärzteschaft“, warnte die Bundesärzte­kammer bei der Veröffentlichung der Ärztestatistik 2014. Danach lag der Anteil der unter 35-jährigen Ärzte – aller Ärzte, nicht nur der niedergelassenen – im Jahr 2014 bei 18,3 Prozent. Im Jahr 1993 waren noch 26,6 Prozent der Ärzte jünger als 35 Jahre.

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Detaillierte Zahlen zum Alter der Ärzte für einzelne Regionen und Fachgruppen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen in sogenannten Facharztreports vorgelegt: Sie widmen sich den Facharztgruppen der Chirurgen, Hautärzte, Nervenärzte, Orthopäden und Psychotherapeuten. „Das Durchschnittsalter aller Fachärzte steigt und es wird in den kommenden Jahren zu einem erhöhten Wiederbesetzungsbedarf – insbesondere in ländlichen Gebieten – kommen“, warnt die KV.

So liege das Durchschnittsalter der 362 zugelassenen Chirurgen in Hessen bei 54,33 Jahren. Bei einer Aufteilung in Alterskohorten zeigt sich, dass bei den Chirurgen die jungen Ärzte und somit Nachfolger den kleinsten Anteil mit 1,10 Prozent ausmachen.

Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen stieg nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 2013 um 106.000 auf mehr als 5,1 Millionen. Dies sind zwei Prozent mehr als im Jahr davor. Zusätzliche Arbeitsplätze gab es vor allem in der Gesundheits- und Krankenpflege.

In der ambulanten Pflege war der Personalzuwachs mit 4,2 Prozent höher als in der stationären- und teilstationären Pflege mit 1,0 Prozent. Überdurchschnittlich stark gewachsen ist auch das Personal bei den Physio- und Ergotherapeuten.

Von den 5,1 Million Beschäftigten im Gesundheitswesen war laut Bundesamt 2013 die Hälfte vollzeitbeschäftigt. Teilzeit arbeiteten 35 Prozent, während 15 Prozent nur geringfügig beschäftigt waren.

© hil/KNA/aerzteblatt.de

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