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Medizin

Aktinische Keratose: Zoster, Allergien und Anwendungsfehler bei Ingenolmebutat

Montag, 24. August 2015

Silver Spring – Einige Patienten unterschätzen offenbar die Risiken, die mit der Anwendung des “pflanzlichen“ Zytostatikums Ingenolmebutat bei der Behandlung der aktinischen Keratose verbunden sind. Die FDA macht in einer Drug Safety Communi­cation auch auf die Möglichkeit schwerer Allergien und auf die Auslösung eines Herpes zoster aufmerksam.

Ingenolmebutat ist ein Inhaltsstoff aus dem Milchsaft der Garten-Wolfsmilch Euphorbia peplus aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Der Milchsaft wird seit langer Zeit in der Volksmedizin eingesetzt. Der Diterpenester ist zytotoxisch. Nach dem Auftragen auf die Haut kommt es zu einer Entzündungsreaktion, die an der Abheilung von Läsionen einer aktinischen Keratose, einer Präkanzerose der Haut, beiträgt. Ingenolmebutat ist ein Beispiel dafür, dass „pflanzliche“ Mittel nicht risikolos sind, selbst wenn sie „nur“ auf die Haut aufgetragen wurden.

Der FDA sind über das „Adverse Event Reporting System“ (FAERS) seit der Einführung als Picato im Januar 2012, in Deutschland Januar 2013, zahlreiche Meldungen zu Komplikationen zugetragen worden. Sie betrafen zum einen Anwendungsfehler, vor denen in den Fachinformationen gewarnt wird. Dazu gehören die Anwendung auf Hautflächen über dem Limit von 25 cm2, die Verwendung der falschen Dosis im Gesicht (0,05 statt 0,015 Prozent), das Überschreiten der maximalen Nutzungsdauer von zwei bis drei Tagen sowie technische Fehler bei der Anwendung. Hinzu kommt das Nicht­einhalten der Anwendungszeit von 6 Stunden, das Mischen des Gels mit anderen Cremes oder Lotionen, eine Okklusion durch Verbände, die gleichzeitige Anwendung einer Licht- oder Kryotherapie, das Anwenden weniger als zwei Stunden vor dem Schlafengehen oder das Auftragen von Make-Up.

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Gefährlich wird es, wenn Ingenolmebutat versehentlich ins Auge gelangt (was beim Schwitzen, Waschen, Duschen oder beim Einsetzen von Kontaktlinsen passieren kann). Ingenolmebutat kann eine Konjunktivitis oder Beschädigungen der Hornhaut auslösen. 

Zum anderen macht die FDA auf Komplikationen aufmerksam, die bisher nicht in den Fachinformationen genannt wurden. Dazu gehören schwere allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie, generalisierten Hautausschlägen oder eine allergische Kontakt­dermatitis. Ingenolmebutat kann auch die Reaktivierung einer Herpes-Infektion auslösen.

Bei einem immunsupprimierten Patienten ist es laut FDA zu einem Zoster ophthalmicus gekommen, In den meisten Fällen tritt der Zoster in der Nähe der Applikationsstelle auf. Auch war waren offenbar Dosierungsfehler auf der Kopfhaut oder eine zu großflächige Anwendung mögliche Auslöser. © rme/aerzteblatt.de

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