NewsMedizinAktinische Keratose: Zoster, Allergien und Anwendungsfehler bei Ingenolmebutat
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Aktinische Keratose: Zoster, Allergien und Anwendungsfehler bei Ingenolmebutat

Montag, 24. August 2015

Silver Spring – Einige Patienten unterschätzen offenbar die Risiken, die mit der Anwendung des “pflanzlichen“ Zytostatikums Ingenolmebutat bei der Behandlung der aktinischen Keratose verbunden sind. Die FDA macht in einer Drug Safety Communi­cation auch auf die Möglichkeit schwerer Allergien und auf die Auslösung eines Herpes zoster aufmerksam.

Ingenolmebutat ist ein Inhaltsstoff aus dem Milchsaft der Garten-Wolfsmilch Euphorbia peplus aus der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Der Milchsaft wird seit langer Zeit in der Volksmedizin eingesetzt. Der Diterpenester ist zytotoxisch. Nach dem Auftragen auf die Haut kommt es zu einer Entzündungsreaktion, die an der Abheilung von Läsionen einer aktinischen Keratose, einer Präkanzerose der Haut, beiträgt. Ingenolmebutat ist ein Beispiel dafür, dass „pflanzliche“ Mittel nicht risikolos sind, selbst wenn sie „nur“ auf die Haut aufgetragen wurden.

Der FDA sind über das „Adverse Event Reporting System“ (FAERS) seit der Einführung als Picato im Januar 2012, in Deutschland Januar 2013, zahlreiche Meldungen zu Komplikationen zugetragen worden. Sie betrafen zum einen Anwendungsfehler, vor denen in den Fachinformationen gewarnt wird. Dazu gehören die Anwendung auf Hautflächen über dem Limit von 25 cm2, die Verwendung der falschen Dosis im Gesicht (0,05 statt 0,015 Prozent), das Überschreiten der maximalen Nutzungsdauer von zwei bis drei Tagen sowie technische Fehler bei der Anwendung. Hinzu kommt das Nicht­einhalten der Anwendungszeit von 6 Stunden, das Mischen des Gels mit anderen Cremes oder Lotionen, eine Okklusion durch Verbände, die gleichzeitige Anwendung einer Licht- oder Kryotherapie, das Anwenden weniger als zwei Stunden vor dem Schlafengehen oder das Auftragen von Make-Up.

Anzeige

Gefährlich wird es, wenn Ingenolmebutat versehentlich ins Auge gelangt (was beim Schwitzen, Waschen, Duschen oder beim Einsetzen von Kontaktlinsen passieren kann). Ingenolmebutat kann eine Konjunktivitis oder Beschädigungen der Hornhaut auslösen. 

Zum anderen macht die FDA auf Komplikationen aufmerksam, die bisher nicht in den Fachinformationen genannt wurden. Dazu gehören schwere allergische Reaktionen bis hin zur Anaphylaxie, generalisierten Hautausschlägen oder eine allergische Kontakt­dermatitis. Ingenolmebutat kann auch die Reaktivierung einer Herpes-Infektion auslösen.

Bei einem immunsupprimierten Patienten ist es laut FDA zu einem Zoster ophthalmicus gekommen, In den meisten Fällen tritt der Zoster in der Nähe der Applikationsstelle auf. Auch war waren offenbar Dosierungsfehler auf der Kopfhaut oder eine zu großflächige Anwendung mögliche Auslöser. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. Oktober 2019
Berlin – Der hochaffine Antikörper Ligelizumab, der wie das Standardmedikament Omalizumab allergische IgE-Antikörper neutralisiert, hat in einer Phase-2-Dosisfindungsstudie die bessere Wirkung
Ligelizumab bei chronischer spontaner Urtikaria besser und länger wirksam
2. Oktober 2019
Boston – Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom oder die toxische epidermale Nekrolyse sind gefürchtete Komplikationen des Gicht-Medikaments Allopurinol. Eine bevölkerungsbasierte
Allopurinol: Studie ermittelt Risikofaktoren für schwere Hautreaktionen
30. September 2019
Berlin – Die Zahl der registrierten Hautkrebsfälle in Deutschland ist in den vergangenen Jahren drastisch angewachsen. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im
Zahl der Hautkrebsfälle drastisch gestiegen
25. September 2019
Hannover – Bei der Versorgung der rund 25 Millionen Allergiker in Deutschland existieren teils massive Defizite, obwohl Diagnostik und Therapien allergischer Erkrankungen auf hohem wissenschaftlichen
Kritik an Mängeln bei Versorgung von Allergikern
9. September 2019
Amsterdam –Das Phytopharmakon Ingenol, das seit 2012 als Picato zur äußerlichen Behandlung der aktinischen Keratose zugelassen ist, um dadurch einem Hautkrebs vorzubeugen, steht im Verdacht, selbst
Aktinische Keratose: EMA prüft Sicherheit von Ingenol
3. September 2019
Köln – Erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die auf eine systemische Therapie unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben, können von einer Therapie
IQWiG sieht beträchtlichen Zusatznutzen von Risankizumab für bestimmte Patienten mit Plaque-Psoriasis
16. August 2019
Berlin – Angesichts der Zunahme von Hautkrebserkrankungen will die Deutsche Krebshilfe die Aufklärung über die Gefahren verstärken. „Brutzelbraun als Schönheitsideal ist zwar out, aber es gibt immer
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER