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Medizin

Magnetische Rückenmark­stimulation stoppt Enuresis

Montag, 24. August 2015

Asyut – Eine repetitive sakrale Magnetstimulation (rSMS) hat in einer kleinen rando­misierten Studie eine monosymptomatische Enuresis nocturna deutlich gebessert. Die Wirkung hielt laut der Publikation in Restorative Neurology and Neuroscience (2015; 33: 435-445) über das Ende der Therapie an, während die gute Placebowirkung einer Scheinbehandlung schnell nachließ.

Das nächtliche Einnässen wird erst ab dem 6. Lebensjahr als behandlungsbedürftige Erkrankung eingestuft. Die 41 Teilnehmer der Studie waren zwischen acht und 25 Jahre alt. Sie nässten sich pro Woche mehrmals nächtens ein und erfüllten die Kriterien des DSM-IV, die den Ausschluss von organischen Erkrankungen oder Medikamenten als Auslöser fordern. Alle waren seit mindestens drei Monaten ohne Erfolg mit dem trizyklischen Antidepressivum Imipramin behandelt worden.

Das Team um Eman Khedr von der Universitätsklinik Asyut in Ägypten, das bereits Erfahrungen mit der rSMS bei Patienten mit lumbosakralen Nervenschäden gemacht hat, führte bei allen Teilnehmern zwei Mal fünf Behandlungen pro Woche mit dem Gerät eines britischen Herstellers durch. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt auf der Höhe von S2 insgesamt 1.500 Impulse, wobei auf 10 Sekunden Behandlung jeweils 30 Sekunden Pause folgten.

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Die Magnetstärke war so eingestellt, dass die Patienten auf der Innenseite des Oberschenkels leichte Kontrakturen spürten. In der Kontrollgruppe wurde die gleiche Behandlung durchgeführt. Das Gerät war jedoch abgestellt, ohne dass Untersucher und Patienten dies wussten. Alle Teilnehmer der Studie nahmen während der Studie weiterhin am Abend 25 mg Imipramin ein.

Wie Khedr und Mitarbeiter berichten, senkte die rSMS die durchschnittliche Zahl der nächtlichen Enuresis-Episoden von 5,7 auf 0,3 in der Woche. In der Kontrollgruppe kam es zu einem Rückgang von 6,5 auf 1,8 pro Woche. Die Scheinstimulation erzeugte mithin eine starke Placebowirkung, die jedoch nicht über das Ende der Behandlung hinaus anhielt. Schon in der Woche nach dem Ende der Behandlung  kam es zu 5,2 Enuresis-Episoden, während es mit der echten rSMS bei durchschnittlich 1 Enuresis-Episode pro Woche blieb. Diese Verbesserung wurde von den Patienten im SF-36-Fragebogen mit einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität bewertet.

Wie die Wirkung der rSMS zustande kommt, ist unklar. Khedr kann aber zeigen, dass sich die motorische Ruheschwelle, die minimale Magnetstimulation, die in Ruhe eine Kontraktion auslöst, leicht verminderte, während die aktive motorische Schwelle, die die Auswirkungen bei aktiv angespannten Muskeln misst, sich nicht veränderte. Dies könnte sich, so Khedr, durchaus auf die nächtliche Kontrolle der Blasenfunktion ausgewirkt haben. © rme/aerzteblatt.de

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