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Medizin

Neues Valsalva-Manöver kann supraventrikuläre Tachykardie häufiger stoppen

Dienstag, 25. August 2015

Exeter – Eine einfache Modifikation des Valsalva-Manövers hat in einer kontrollierten Studie im Lancet (2015; doi: 10.1016/S0140-6736(15)61485-4) den Anteil der Patienten, die eine Kardioversion ihrer supraventrikulären Tachykardie erzielten verdreifacht.

Das Valsalva-Manöver ist eine bekannte Methode, um eine Attacke einer supraven­trikulären Tachykardie zu beenden. Die Erfolgsrate ist merkwürdigerweise in klinischen Studien mit etwa 20 Prozent niedriger als in Laborexperimenten, wo die Hälfte der Patienten eine Kardioversion erzielt. Ein Grund könnte die verwendete Technik sein. Meistens liegen die Patienten in der Notaufnahme auf einer Liege, deren Kopfteil um 45 Grad angehoben ist.

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Sie werden dann gebeten für 15 Sekunden so stark in eine 10ml-Spritze zu blasen, dass sich der Kolben zu bewegen beginnt. In der REVERT-Studie, die Notfallmediziner in zehn Kliniken in England durchführten, bliesen die Patienten stattdessen in ein Aneroid­manometer, um für 15 Sekunden einen Druck von 40 mmHg zu erzeugen. Nach einer anschließenden Ruhepause von 60 Sekunden, wurde ein EKG abgeleitet. Wie Andrew Appelboam vom Royal Devon & Exeter Hospital berichtet, erzielten mit diesem konven­tionellen Valsalva-Manöver nur 37 von 214 Patienten (17 Prozent) eine Kardioversion.

Deutlich höher war die Erfolgsrate bei 214 weiteren Patienten, die auf eine modifizierte Variante des Valsalva-Manövers randomisiert wurden. Die Patienten erzeugten auch hier für 15 Sekunden einen Druck von 40 mmHg in dem Blutdruckmessgerät. Danach wurde jedoch die Rückenlehne flach gestellt und beide Beine des Patienten vom Hilfspersonal in gestreckter Haltung um etwa 45 Grad angehoben.

Dieses „lying down with leg lift Valsalva“-Manöver dürfte den venösen Rückstrom des Blutes erhöht haben (was in der Studie nicht bestimmt wurde). 93 der 214 Patienten (43 Prozent) erzielten eine Kardioversion. Appelboam errechnete eine adjustierte Odds Ratio von 3,7, die bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,3 bis 5,8 keinen Zweifel an der Signifikanz des Ergebnisses zulässt.

Den Editorialisten Martin Thanemail vom Christchurch Hospital in Neuseeland überzeugen die Ergebnisse der Studie. Er spricht sich dafür aus, das modifizierte Valsalva-Manöver zum Standard zu erklären. Es könne ohne Risiko auch ambulant bei allen Patienten mit supraventrikulärer Tachykardie durchgeführt werden, bevor invasivere Methoden zum Einsatz kommen. © rme/aerzteblatt.de

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