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Medizinstudium: bvmd fordert neues Auswahlverfahren

Dienstag, 25. August 2015

Berlin – Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) hat ein neues Auswahlverfahren für die Zulassung zum Medizinstudium gefordert. Statt den Numerus Clausus und die Anzahl der Wartezeit heranzuziehen, sollten die Studienplätze künftig nach einem einheitlichen Bewertungsverfahren vergeben werden, betont die bvmd in ihrer heute veröffentlichen Stellungnahme zur geplanten Reform des Medizinstudiums.

Heute könnten die Hochschulen 60 Prozent der Studienplätze nach einem individuellen Auswahlverfahren vergeben, schreibt die bvmd. Nur wenige Universitäten hätten jedoch ein „gerechtes und aussagekräftiges“ Auswahlverfahren anhand objektivierbarer Krite­rien etabliert. Stattdessen bezögen sich die meisten Universitäten nach wie vor vor allem auf die Abiturnoten.

Auch „Studierfähigkeitstest“ und Berufsausbildung in Vergabe einbeziehen
Die bvmd schlägt vor, dass die Bewerber künftig sämtliche Universitäten gemäß ihrer Ortspräferenz in eine Rangliste ordnen. Eine Vorabauswahl durch die Universitäten soll es nicht mehr geben. Für jeden Bewerber soll dann ein „Rangwert“ errechnet werden, der sich aus den Ergebnissen eines „fachspezifischen Studierfähigkeitstests“, der Abiturnot und daraus errechnet, ob der Bewerber eine Berufsausbildung abgeschlossen und einen Freiwilligendienst absolviert hat. Beginnend bei dem Bewerber mit dem höchsten Rangwert, sollen die Studienplätze dann nach der höchstmöglichen Ortspräferenz vergeben.  

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Approbationsordnung grundlegend überarbeiten
Darüber hinaus fordert die bvmd „eine grundlegende Überarbeitung“ der ärztlichen Approbationsordnung, die stärkere Gestaltungsspielräume für die Fakultäten und eine bessere Verzahnung von Klinik und Vorklinik ermöglichen soll. Die Fakultäten sollen in diesem Rahmen künftig ein bundesweit einheitliches Kerncurriculum definieren, das die Studieninhalte reduziert, um einen ausreichenden Freiraum für die individuelle Aus­gestaltung des Studiums zu ermöglichen. Auch sollen kommunikative und wissen­schaftliche Kompetenzen stärker im Studium vermittelt werden.  

Um die Allgemeinmedizin zu stärken, fordert die bvmd die Einrichtung von Förderpro­grammen und zusätzlichen Wahlangeboten, um interessierten Studierenden einen Einblick in die Tätigkeit von Landärzten zu gewährleisten. Zudem könnten über die Einrichtung eines Lehrstuhls an allen Standorten Forschung und Präsenz der Allgemeinmedizin gestärkt werden. © fos/aerzteblatt.de

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