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Chirurgen entnehmen Spenderniere in Schlüssellochtechnik

Dienstag, 25. August 2015

Tübingen – Ein neues Verfahren zum Entnehmen einer Spenderniere für Lebendtransplantationen hat die Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Tübingen etabliert. Marty Zdichavsky, Expertin in der minimal-invasiven Chirurgie, führte im Juli gemeinsam mit dem Transplantationschirurgen Silvio Nadalin die Entnahme-Operation zum ersten Mal in Deutschland in der sogenannten Schlüssellochtechnik bei drei Organspendern durch.

Die sogenannte retroperitoneoskopische Nierenlebendspende hat Pranjal Modi aus Ahmedabad (Indien) entwickelt. An seinem Zentrum werden jährlich über 400 Nierentransplantationen durch Lebendspenden durchgeführt. Der Spezialist, der mittlerweile auch Transplantationen minimal-invasiv durchführt, hat die ersten drei Organ-Entnahmen in Tübingen begleitet und das Chirurgenteam bei diesem Teil der Operationen unterstützt. Organspender und Transplantatempfänger wurden inzwischen mit guter Nieren- beziehungsweise Transplantatfunktion ohne Komplikationen aus der Klinik entlassen.

Insbesondere für den Organspender bringt die minimal-invasive Entnahme der Niere laut der Klinik viele Vorteile. Die Spender erholen sich rascher, haben weniger Schmerzen, können schneller aus dem Krankenhaus entlassen werden und es bleibt eine kleinere Narbe zurück. Die Tübinger Chirurgen haben die Operationen zudem in der von Modi entwickelten Technik rein retroperitoneoskopisch durchgeführt, das heißt ohne Eröffnung des Bauchfells, wodurch das Risiko von Verletzungen der Bauchorgane oder Verwachsungen minimiert wird.

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Am Erfolg der ersten minimal invasiven retroperitoneoskopischen Nierenentnahme zur Transplantation haben Ärzte der Sektion Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Innere Medizin IV, der Abteilung diagnostische und interventionelle Radiologie und der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin eng zusammengearbeitet.

„Das neue Verfahren wird künftig einen wichtigen Stellenwert in der Trans­planta­tionschirurgie der Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplan­tationschirurgie einnehmen“, hieß es aus der Klinik. 

© hil/aerzteblatt.de

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