NewsVermischtesGlaukom oft mit Bluthochdruck vergesellschaftet
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Glaukom oft mit Bluthochdruck vergesellschaftet

Mittwoch, 26. August 2015

München – Augenärzte, Hausärzte und Hypertensiologen sollten bei der Versorgung von Patienten mit Glaukom, auch als grüner Star bekannt, eng zusammenarbeiten. Das fordern die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) und die Deutsche Hochdruckliga (DHL). Grund ist, dass jeder zweite Patient mit Glaukom auch an Bluthochdruck leidet und Studien darauf hinweisen, dass die Hochdrucktherapie die Entstehung eines Glaukoms fördern kann.

Rund eine Millionen Menschen in Deutschland leiden an Glaukom. Mit zunehmendem Alter erhöht sich das Risiko. Als bedeutendster Risikofaktor gilt ein erhöhter Augen­innen­druck, der einerseits einen mechanischen Schaden am Sehnerv bewirkt und gleichzeitig die Durchblutung des Sehnervs stört. Die Senkung des Augeninnendrucks ist darum auch der wichtigste Therapieansatz. „In den meisten Fällen lässt sich das Fortschreiten eines Glaukoms durch die drucksenkende Therapie verlangsamen“, erläutert Norbert Pfeiffer aus der DOG.

Besonders schädlich für das Auge ist laut dem Direktor der Augenklinik der Universitäts­medizin Mainz ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus des Blutdrucks. Bei einem normalen Menschen schwankt der Blutdruck je nach Tageszeit und ist nachts normalerweise etwas niedriger als am Tag. Fällt der Blutdruck jedoch über Nacht zu stark ab, stört das die Durchblutung des gesamten Auges, zumal der Augeninnendruck im Liegen höher ist und damit die Durchblutung gegen einen erhöhten Widerstand arbeiten muss. Insbe­sondere Netzhaut und Sehnerv können dann Schaden nehmen und das Sehvermögen der Betroffenen beeinträchtigen.

Anzeige

Besonders gefährdet für solche Durchblutungsstörungen sind Menschen mit einem ohnehin zu niedrigen Blutdruck. Allerdings gibt es auch einige Medikamente gegen Bluthochdruck, die den Blutdruck über Nacht stark abfallen lassen. Das betrifft sowohl systemische als auch einige am Auge angewendeten Medikamente. „Eine Absprache zwischen Augenarzt und Hausarzt oder Hypertensiologen erscheint hier sinnvoll, um sowohl Bluthochdruck als auch Glaukom langfristig optimal zu kontrollieren“, sagte der Präsident der DHL, Martin Hausberg. Außerdem sollten Hausärzte ihre Blutdruck­patienten ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Glaukomvorsorge schicken. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

20. Oktober 2020
München – Eine zu frühe Geburt kann die Gefäßentwicklung in der Netzhaut stören und so eine Frühgeborenenretinopathie (ROP) auslösen. Bislang erhalten alle Frühchen, die vor der 32.
Leitlinie empfiehlt Screening auf Frühgeborenenretinopathie bei Geburten vor der 31. Schwangerschaftswoche
19. Oktober 2020
Berlin – Eine diabetische Retinopathie entwickelt sich lange Zeit unbemerkt. Zu Sehstörungen kommt es erst, wenn die Netzhaut des Auges bereits behandlungsbedürftige Schäden aufweist. Regelmäßige
Zu wenig leitliniengerechte Augenarztkontrollen bei Diabetes
12. Oktober 2020
Berlin – Eine Coronainfektion über die Augen ist nach Medizinerangaben unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Reibe man sich beispielsweise die Augen mit corona-kontaminierten Händen, wäre eine
Mediziner sehen geringes Risiko für Coronainfektion über Augen
1. Oktober 2020
München/Berlin – In Anbetracht von Klimawandel, Migration und weltweiter Mobilität sollten Augenärzte bei entzündlichen Augenerkrankungen auch hierzulande an infektiöse Ursachen denken, die bisher
Bei Augenentzündungen auch an exotische Krankheitserreger denken
9. September 2020
Heidelberg – Zum Beginn des neuen Schuljahres weist die Stiftung Auge daraufhin, dass mit der Einschulung das Risiko für Kinder steigt, eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln. „Sie werden eingeschult,
Augenärzte empfehlen Prävention von Kurzsichtigkeit bei Kindern
3. September 2020
Hannover – Inselbewohner auf Borkum können sich ab sofort wieder telemedizinisch am Auge versorgen lassen, sofern sie bei der AOK versichert sind. Einen entsprechenden Vertrag für das
Augenärztliche Versorgung für AOK-Versicherte auf Borkum wieder per Telemedizin
3. September 2020
Düsseldorf – Private Krankenversicherer müssen einen zu teuren Lasereinsatz bei einer Augenoperation einem Urteil zufolge in bestimmten Fällen nicht bezahlen. Operationen wegen des Grauen Stars, bei
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER