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Mehr Patienten und höhere Gewinne für private Klinikkonzerne

Donnerstag, 27. August 2015

Köln – Die beiden größten privaten deutschen Klinikkonzerne Fresenius Helios und Asklepios haben im bisherigen Jahresverlauf etwas mehr Patienten für sich gewinnen können und überdies gut verdient. Das geht aus den Zwischenberichten von Fresenius Helios und Asklepios hervor.

Die Asklepios Kliniken GmbH in Hamburg, zweitgrößter privater Klinikträger, meldete am Donnerstag eine um 1,6 Prozent auf 1,1 Millionen gestiegene Patientenzahl für das erste Halbjahr 2015, für die 34464 Mitarbeiter (auf Vollzeit umgerechnet) tätig waren. Der Umsatz lag im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 1,54 Milliarden Euro um zwei Prozent höher. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 11 Prozent auf 151,6 Millionen Euro, worin sich den Angaben zufolge Einsparungen beim Materialaufwand, vor allem bei den Energiekosten, widerspiegeln.

Dass der Konzerngewinn noch schneller gewachsen ist – um 21,6 Prozent auf 86,4 Millionen Euro erklärt der Vorstand im Zwischenbericht mit der Dividende der Rhön-Klinikum AG, an der Asklepios nach früheren Angaben mit 15 Prozent beteiligt ist. Asklepios wiederum gehört Bernard gr. Broermann, der das Unternehmen vor 30 Jahren gegründet hat.

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Nachdem der Konzern im ersten Halbjahr am unteren Rand der eigenen Erwartungen gelegen habe, blieben die Ziele für 2015 ein organisches Umsatzwachstum (ohne Zukäufe) von zwei bis vier Prozent und eine leichte aber nachhaltige Gewinnsteigerung, heißt es im Zwischenbericht. Asklepios sei für die Zukunft sehr gut positioniert, erklärte der Vorsitzende der Konzerngeschäftsführung, Ulrich Wandscheider. Vor dem Hintergrund der von der Politik mit dem Krankenhausstrukturgesetz angestrebten „Pay-for-Performance“-Vergütung will sich die Gruppe den Fokus weiterhin auf die Strukturoptimierung und die medizinische Ergebnisqualität legen. Fast zwei Drittel von 99 Millionen Euro Investitionen hat Asklepios aus eigenen Mitteln aufgebracht.

Unterdessen hat der Gesundheitskonzern Fresenius SE & Co. KGaA in Bad Homburg seine Gewinnprognose für 2015 nochmals erhöht. Die Gesellschaft, zu der mit Fresenius Helios der größte private Klinikbetreiber in Deutschland gehört, stellt eine Aufstockung der Dividende von zuletzt 44 Cent je Aktie um mehr als 20 Prozent in Aussicht. Zu dem unerwartet hohen Gewinnanstieg um 18 bis 21 Prozent ohne Währungseffekte hat aber weniger die Krankenhaussparte beigetragen. Fresenius wird vor allem mit Infusionstherapie und Transfusionstechnik (Fresenius Kabi) besser als erwartet verdienen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) soll hier in diesem Jahr 19 bis 20 Prozent des Umsatzes erreichen.

Mit seinen 111 Kliniken (87 Akutkrankenhäusern und 24 Reha-Kliniken) hat Fresenius Helios im ersten Halbjahr 2,77 Milliarden Euro umgesetzt, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz der länger zur Gruppe gehörenden und der vor mehr als einem Jahr vom Rhön-Klinikum erworbenen Häuser legte um drei Prozent zu. Weitere Zukäufe trugen acht Prozentpunkte zum Wachstum bei, Verkäufe minderten den Umsatz um einen Prozentpunkt.

Damit bewegt sich Fresenius Helios beim organischen Umsatzwachstum bisher am unteren Ende der selbstgesteckten Zielmarke von drei bis fünf Prozent. Von dem angepeilten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwischen 630 und 650 Millionen Euro hat der Konzern mit 307 Millionen Euro im ersten Halbjahr noch nicht die Hälfte verdient. Die Zahl der Beschäftigten in den Kliniken hat sich seit Jahresbeginn um ein Prozent auf 69.283 erhöht. © Stü/aerzteblatt.de

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Avatar #683978
heidi-hecht
am Freitag, 28. August 2015, 12:14

Gewinn

Diese Gewinne sind ein Skandal. Für mich handelt es sich um unsere Krankenkassenbeiträge, die Aktionäre und/oder Firmeninhaber reich machen. Ich verlange, dass mit den Privatisierungen endlich Schluss ist und diese Gelder für die Kranken und für die mit Minus arbeitenden Kliniken ausgegeben werden. Laßt uns, wenn möglich, diese Firmen meiden.
LNS

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