NewsVermischtesKrankenkassen bezahlen Exoskelett für Querschnittsgelähmte
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Krankenkassen bezahlen Exoskelett für Querschnittsgelähmte

Donnerstag, 27. August 2015

Berlin – In fünf Fällen haben Krankenkassen bislang die Kosten für ein von der Firma „ReWalk Robotics“ hergestelltes motorisiertes Exoskelett übernommen, mit dessen Hilfe Paraplegiker gehen können. Das erklärte der Vizepräsident Europa des israelischen Unternehmens, John Frijters, gestern in Berlin. Das Exoskelett sei seit Beginn des Jahres in Deutschland als Medizinprodukt zugelassen und könne von Ärzten verordnet werden. Der Preis liege bei 70.000 Euro pro Stück.

Das Unternehmen sei auf verschiedene Krankenhäuser zugegangen und habe den „ReWalk“ angeboten. Die Reaktionen seien sehr unterschiedlich gewesen, so Frijters. Manche Krankenhäuser seien sehr interessiert gewesen, andere nicht. Als erste Klinik in Deutschland habe das Querschnittsgelähmtenzentrum Greifswald das Exoskelett erprobt.

Anzeige

Bevor interessierte Patienten den „ReWalk“ erhalten können, müssten sie ein Trainingsprogramm absolvieren, das ebenfalls von vielen Krankenhäusern bezahlt werde, sagte Frijters. Darin solle sich zeigen, ob die Patienten die körperlichen Voraussetzungen und die Fitness mitbrächten, um das Exoskelett zu bedienen.

Frijters betonte die gesundheitlichen Vorteile, die sich neben den emotionalen für die Patienten einstellten: Durch das Aufrichten und Bewegen des Körpers könnten zum Beispiel Rückenschmerzen und Verdauungsbeschwerden gelindert und Blasenentzündungen vermieden werden. In einer klinischen Studie mit 30 Patienten seien diese Effekte nachgewiesen worden. Auf Basis dieser Studie hatte die amerikanische FDA den „ReWalk“ bereits im vergangenen Jahr zugelassen.

Der „ReWalk“ besteht aus einer Metall-Orthese, die die Beine und den unteren Teil des Oberkörpers stützen und an Hüften, Knie- und Fußgelenken mit Elektromotoren versehen sind. Der Patient steuert das Exoskelett über eine Fernbedienung am Handgelenk. 

Nach einer Übungszeit können die Patienten Frijters zufolge verschiedene Bewegungsprogramme wie Sitzen, Stehen, Gehen oder Treppensteigen ausführen. Sie benötigen allerdings weiterhin zwei Gehstützen, und zunächst die Hilfe einer Begleitperson. Der „ReWalk“ ist für ein Körpergewicht von bis zu 100 Kilogramm ausgelegt.

© fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. September 2018
Paris – Im Skandal um Brustimplantate aus Industriesilikon ist die vierjährige Haftstrafe für den Gründer des Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) jetzt endgültig. Das oberste französische Gericht
Haftstrafe im Skandal um Brustimplantate mit Industriesilikon endgültig
11. September 2018
Frankfurt am Main – In einem Schadensersatzprozess wegen mangelhafter Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main den
Oberlandesgericht Frankfurt ruft Europäischen Gerichtshof wegen PIP-Brustimplantaten an
11. September 2018
München/Berlin – Körperscanner, wie sie beispielsweise an Flughäfen eingesetzt werden, stellen für Patienten mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren keine Gefahr dar. Das ergaben Untersuchungen von
Sicherheitsscanner keine Gefahr für Patienten mit Herzschrittmachern und Defibrillatoren
31. August 2018
Hannover – Patienten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben gestern den Prototyp einer neuartigen Roboterprothese getestet. Im Vergleich zu den bisher verfügbaren Prothesenhänden besitze
Patienten der Medizinischen Hochschule Hannover testen neuartige Roboterhand
28. August 2018
Köln – Rund ein Jahrzehnt nach ihrer ersten Nutzenbewertung sind Nutzen und Schaden bei der Vakuumversiegelungstherapie (VVS) bei intendierter sekundärer Wundheilung weiterhin unklar. Zu diesem
IQWiG kritisiert Intransparenz bei Vakuumwundtherapien
15. August 2018
Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) sorgt sich um den Schutz geistigen Eigentums kleiner und mittelständischer Medizintechnikunternehmen bei der Umsetzung der neuen
Medizin­produkte­verordnung: BVMed sorgt sich um Schutz geistigen Eigentums
15. August 2018
Las Vegas/Meerbusch – Auf Sicherheitslücken in der Software von Herzschrittmachern und Insulinpumpen der Firma Medtronic haben Hacker auf der Sicherheitskonferenz „Black Hat“ in Las Vegas hingewiesen.
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER