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Israelischer Ärzteverband und Bundes­ärzte­kammer verabschieden gemeinsame Erklärung

Freitag, 28. August 2015

Berlin – Ihre Kooperation und Freundschaft haben die Bundes­ärzte­kammer und die Israeli Medical Association (IMA) im Rahmen einer gemeinsamen Vorstandssitzung am 27. August in Berlin betont. Um dieses Verhältnis zu festigen, sei es aber unabdingbar, dass man sich der gemeinsamen schwierigen Vergangenheit stelle, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die die beiden Verbände verabschiedeten. Deutsche Ärzte und deren Organisationen seien tief in das Nazi-Regime und dessen Verbrechen an der Menschlichkeit verstrickt gewesen, heißt es dort.

Dazu zählten der Ausschluss der jüdischen Kolleginnen und Kollegen aus dem Beruf, Zwangsabtreibungen, Zwangsterilisationen und die Ermordung von tausenden Patienten. Vor allem aber hätten Ärzte eine aktive Rolle beim Holocaust und bei unmenschlichen Experimenten an Gefangenen gespielt. Es sei wichtig, die Erinnerung daran wach zu halten, um zu verhindern, dass sich derartige Ereignisse wiederholten.

Der Text nimmt ausdrücklich Bezug auf die „Nürnberger Erklärung“ des 112. Deutschen Ärztetages im Jahr 2012, in der dieser die Verfehlungen der deutschen Ärzteschaft während der Naziherrschaft benannt und der noch lebenden und bereits verstorbenen Opfer gedacht sowie deren Nachkommen um Verzeihung gebeten hat. „Angesichts der Rolle deutscher Ärztinnen und Ärzten im Nationalsozialismus empfinden wir die Teilnahme des Vorstandes des israelischen Ärzteverbandes an einer gemeinsamen Vorstandssitzung in Berlin als Zeichen besonderen Vertrauens“, sagte der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Frank Ulrich Montgomery. In einer Zeremonie gedachten die beiden Vorstände der Opfer des Nationalsozialismus mit einer Schweigeminute und einem Gedenkgebet.

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Es war das erste Mal, dass die beiden Vorstände zusammen tagten. „Für mich ist unser Zusammentreffen hier in Berlin ein historisches Ereignis“, hatte IMA-Präsident Leonid Eidelmann im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt erklärt. Die IMA und die Bundes­ärzte­kammer verbindet beiden Organisationen zufolge eine jahrelange hervorragende Kooperation in internationalen Gremien, wie dem Weltärztebund und dem Europäischen Forum der Ärzteverbände (EFMA) in der europäischen Region der Weltgesundheits­organisation.

„Bei unserer Arbeit im internationalen Raum sehen wir uns mit ähnlichen Problemen und Herausforderungen in unseren Ländern konfrontiert. Ich glaube daran, dass wir dabei gemeinsam innovative Ideen finden können“, erklärte Eidelman. © HK/aerzteblatt.de

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