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Ärzteschaft

Qualitätsnetz Kinzigtal als erstes Praxisnetz nach Stufe II anerkannt

Montag, 31. August 2015

Berlin – Das „Medizinische Qualitätsnetz Ärzteinitiative Kinzigtal e.V.“ (MQNK) hat als erstes deutsches Praxisnetz die Stufe II der Anerkennung erhalten. Nach der Anerkennung der Basisstufe im Vorjahr stufte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg MQNK entsprechend der Rahmenvorgabe der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach oben.

„Die gemeinsam mit uns in der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal aufgebauten Struktur- und Prozessinnovationen tragen zu einer verbesserten wohnortnahen Gesund­heits­versorgung in der Region bei. Wir sind stolz, dass die KV diese Leistung aner­kennt“, betonte Martin Wetzel, Vorsitzender des MQNK-Vorstands. Aber er ergänzte: „Wir erwarten neben der ideellen Anerkennung zukünftig auch eine finanzielle Förderung durch die Kassenärztliche Vereinigung, um die überdurchschnittliche medizinische Versorgung im Interesse unserer Patienten zu erhalten.“

Dies hatte der KV-Vorstandsvorsitzende Norbert Metke im vergangenen Jahr bei der Anerkennung auf der Basisstufe noch ausgeschlossen. Er betonte damals: „Ebenfalls dürfen Förderungen der Krankenkassen nicht zulasten unserer Gesamtvergütung gehen.“ Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz sieht aber inzwischen vor, dass die KVen anerkannte Netze finanziell fördern müssen. Sie können dazu auch auf Gelder aus dem Strukturfonds zurückgreifen.

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Elektronische Fallakte, digitale Behandlungspfade
Die KBV-Rahmenvorgabe, die Basis für eigene Vorgaben der einzelnen KVen ist, sieht als Voraussetzung für die stufenweiseweise Anerkennung bestimmte Leistungen in verschiedenen Bereichen vor, beispielsweise in den Bereichen Patientensicherheit, Therapiekoordination, Kooperation mit anderen Leistungserbringern. Das MQNK verweist darauf, dass es in Stufe II unter anderem hohe Standards bei Versorgungs­zielen erfüllt: „So sind bei den Versorgungszielen ,Patientenzentrierung‘ und ,Kooperative Berufsausübung‘ unter anderem eine elektronische Fallakte und der Datenaustausch auf elektronischem Wege nachzuweisen.“ Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten des Netzwerkes verfügten – als Teil und Gründer der Integrierten Versorgung Gesundes Kinzigtal – seit 2008 über eine zentrale elektronische Patientenakte.

Die verwendete Software umfasse auch mehrere digitale Behandlungspfade zu Krank­heiten wie Osteoporose und chronische Herzinsuffizienz. Das dritte Versorgungsziel, „Verbesserte Effizienz“, erfordere unter anderem eine Qualitätsmanagement-Zertifizierung der Praxen. „Die Leistungspartner im Kinzigtal lassen sich überwiegend nach dem Qualitätsmanagement der Kassenärztlichen Vereinigungen (Qualität und Entwicklung in Praxen – QEP) zertifizieren“, erläutert das Netz.  

Seit dem 1. Mai 2013 ist die Blaupause für die Anerkennung von Praxisnetzen in Kraft, die die KBV seinerzeit mit dem GKV-Spitzenverband formuliert hat. Nicht alle KVen haben sie aber zum Anlass für eine eigene Richtlinie genommen. „Neun von 17 KVen haben immer noch keine Vorgaben für die Anerkennung von hochentwickelten Ärztenetzen erlassen“, kritisierte Ende Januar 2015 der Vorstandsvorsitzende der Agentur deutscher Arztnetze, Veit Wambach.

„Wir können sie nicht zwingen“, hatte der KBV-Vorstandsvorsitzende Andreas Gassen Ende März bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Agentur und der KBV klargestellt. Die Meinungen zur Netzförderung seien innerhalb der KVen eben „dissent“, ebenso wie die Ansichten dazu, ob sie einen Status als Leistungserbringer erhalten sollten oder nicht. Allerdings weist die KBV darauf hin, dass das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz eine Beschleunigung des Prozesses vorsieht: Bis Ende Oktober müssen alle KVen eine Richtlinie auf Basis der Rahmenvereinbarung verfassen. © Rie/aerzteblatt.de

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