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Vermischtes

Neues PET-Verfahren spürt Prostatakrebszellen auf

Montag, 31. August 2015

Berlin – Ein neues Verfahren der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) kann Prostatakrebszellen überall im Körper aufspüren. Nach Einschätzung des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner (BDN) ergeben sich daraus neue Behandlungsperspektiven.

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Pro Jahr erkranken mehr als 64.000 von ihnen neu am Krebs der Vorsteherdrüse. „Trotz aller Fortschritte in der Behandlung zählt die Erkrankung immer noch zur dritthäufigsten Krebstodesursache bei Männern in Deutschland“, erläutert der Vorsitzende des BDN, Detlef Moka.

Zwar sei eine Früherkennung mit dem PSA-Test möglich, der das prostataspezifische Antigen (PSA) nachweise. „Allerdings erlaubt der Test keine Aussage darüber, wo sich das neu gewachsene Tumorgewebe befindet“, so Moka. Dies sei jedoch Voraussetzung für eine erneute Operation oder Strahlenbehandlung, die bei vielen Patienten die Überlebenszeiten verlängern und einige vor dem Krebstod retten könnten.

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Bei dem neuen PET-Verfahren erhält der Patient eine Substanz in die Vene gespritzt, deren Partikel an das sogenannte prostataspezifische Membranantigen (PSMA) binden, das sich außerhalb der Vorsteherdrüse im restlichen Körper nur auf Prostatakrebszellen befindet. Gekoppelt an das Radionuklid 68-Gallium (68Ga) ermöglicht dieser Tracer eine frühzeitige Darstellung der Metastasen in der PET-Kamera.

„Mit der Ga-68-PSMA-PET/CT können wir schon bei einem leichten Anstieg des PSA-Werts Metastasen im ganzen Körper sicher und präzise nachweisen oder eben ausschließen“, so Moka. Der neue Ga-68-PSMA-Tracer sei deutlich sensitiver als das bisher als Tracer genutzte Biomoleküls Cholin – ein Substrat des Fettstoffwechsels, das beim Prostatakarzinom vermehrt in die Krebszellen eingebaut wird. „Der 18F-Cholin-Tracer schlägt in der Frühphase eines Rückfalls, bei nur geringem PSA-Anstieg, lediglich bei einem Teil der Patienten an“, berichtet Moka. Das vermindere die Chancen, Rezidive frühzeitig zu orten.

Die Erfahrungen mit dem Ga-68-PSMA-Tracer sind so gut, dass der BDN für eine Revision der Leitlinien eintritt. „Die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Urologie aus dem vergangenen Jahr basieren noch auf den Erfahrungen mit dem 18F-Cholin-Tracer“, so Moka. Der neue Tracer schafft laut dem BDN aber „eine völlig neue Situation.“

© hil/aerzteblatt.de

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