Politik

Grüne kritisieren Reform der Pflegeausbildung

Montag, 31. August 2015

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Berlin – Die Grünen haben die von der Bundesregierung geplante Reform der Pflegeausbildung massiv kritisiert. Die geplante Zusammenführung der Alten-, Kranken und Kinderkrankenpflege (Generalistik) sei „falsch und nicht durchdacht“, sagte die für Pflege zuständige Grünen-Abgeordnete Elisabeth Scharfenberg. „Eine generalistische Ausbildung, die genauso lange dauert wie die jetzige Kranken- und Altenpflege­ausbildung, muss dazu führen, dass spezifisches Fachwissen auf der Strecke bleibt. Wir brauchen in der Pflege aber mehr, nicht weniger Fachwissen.“

Scharfenberg bezieht sich mit ihrer Kritik auf eine Antwort des Bundesgesundheits­ministeriums auf eine Anfrage ihrer Fraktion. Wegen gestiegener Anforderungen an den Pflegeberuf will die Regierung die Ausbildung zusammenführen und vereinheitlichen. Das bringt nach Einschätzung von Experten Mehrausgaben für die Qualifizierung der Auszubildenden, aber auch des Lehrpersonals mit sich. Danach wird sich das Finanzvolumen der Pflegeausbildung um 300 Millionen Euro auf dann 2,7 Milliarden Euro erhöhen. Das Ministerium machte dazu keine konkreten Aussagen.

Zur Finanzierung sollen auf Landesebene Ausbildungsfonds eingerichtet werden, die von den Kostenträgern nach festgelegten Anteilen gespeist werden, so die Antwort des Ministeriums weiter. "Die Länder unterstützen das Vorhaben.“

Scharfenberg kritisierte: „Auch auf der Kostenseite bleiben weiterhin jede Menge Fragen offen, die die Bundesregierung nicht beantworten kann oder will.“ Sie fügte hinzu: „Die Antwort der Bundesregierung zeigt überdeutlich, dass Schwarz-Rot selbst nicht so richtig weiß, in welches Abenteuer sie künftige Pflegekräfte mit der geplanten Reform der Pflegeausbildung schickt.“

In der Antwort heißt es, das Gesetzgebungsverfahren solle 2015 beginnen. Das Gesetz werde voraussichtlich gestuft in Kraft treten. Details der Reform „stehen noch nicht fest“. Die Kosten würden im Referentenentwurf ausgewiesen. Federführend sind Gesundheits- und Seniorenministerium. © dpa/aerzteblatt.de

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