Vermischtes

„Aktion Mütze“ zur Prävention von Kopfschmerzen bei Schülern startet

Dienstag, 1. September 2015

Berlin - Jedes zweite Schulkind leidet inzwischen unter Kopfschmerzen. „In Klinik und Praxis haben wir bisher immer erst die schlimmen Fälle gesehen, doch unsere Aufgabe ist auch die Prävention dieser eigenständigen Erkrankung“, betonte der Neurologe und Direktor der Schmerzklinik Kiel, Hartmut Göbel, bei der Vorstellung des Programms „Aktion Mütze­ Kindheit ohne Kopfzerbrechen“, das heute in Berlin vorgestellt wurde.

„Kopfschmerzen können bei Kindern zu psychischen Problemen und sogar Sucht­mittelabhängigkeit führen. Um lebenslange chronische Beschwerden zu vermeiden, wollen wir im Rahmen einer bundesweiten Aktion Schülern vermitteln, wie sie Kopfschmerzen vorbeugen können“, sagte der Mitinitiator der „Aktion Mütze“.

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Initiatoren des Präventionsprogramms sind die Schmerzklinik Kiel und die ZIES (Zentrum für Forschung und Diagnostik bei Implantaten, Entzündungen und Schmerzen) gGmbH, eine gemeinnützige Organisation, die sich für Menschen mit Gesichts- und Kopfschmerzen einsetzt. Das von 17 Krankenkassen geförderte Programm soll im Oktober an Schulen in elf Bundesländern beginnen.

Im Rahmen der bundesweiten Aktion können Schulen dann für ihre siebten Klassen kostenfreie Unterrichtsmaterialien rund um die Comicfigur „Mütze“ bestellen. Arbeits­hefte und Lehrermappen klären darüber auf, welche Maßnahmen bei welchem Kopfschmerztyp helfen und wie vorgebeugt werden kann. Das Unterrichtsmaterial soll auch für die Risiken eines unreflektierten Medikamentengebrauchs sensibilisieren.

„Die Anforderungen an Schulkinder haben stark zugenommen. Die Kinder sollen lernen, dass man nicht alles auf einmal machen muss, wie man sich den Tag entsprechend einteilt, wie wichtig gesunde Ernährung, begrenzter Medienkonsum und ausreichender Schlaf sind“, erläuterte Göbel. Von Kopfschmerz, ob Migräne oder Spannungs­kopfschmerz, betroffen seien oftmals gerade die Leistungsfähigsten, fügte er hinzu.

© pb/aerzteblatt.de

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