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Zuse-Institute: Bündnis für praxisnahe medizintechnische Lösungen

Dienstag, 1. September 2015

Glücksmoment bei 35 Grad Celsius im Sicherheitslabor in Guinea: der erste positive Ebola-Schnelltest liegt vor /FZMB

Berlin -  Die Institute der Anfang 2015 gegründeten „Deutschen Industriefor­schungs­gemeinschaft Konrad Zuse“ wollen innovative medizintechnische Lösungen und Produkte künftig noch stärker vorantreiben und sich dabei als Forschungs- und Entwicklungs­dienstleister vorwiegend mittelständischer Unternehmen profilieren. Dabei zeichnet sich das Bündnis eigenen Angaben zufolge insbesondere durch Industrienähe, schnellen Ergebnistransfer und gute regionale Vernetzung aus.

Nachweisverfahren für hochinfektiöse Erkrankungen
Zu den Innovationen, an denen ein Mitgliedsinstitut des Zuse-Bündnisses beteiligt war, zählt ein Nachweisverfahren für hochinfektiöse Erkrankungen, das bei der Bekämpfung der Ebola-Seuche in Westafrika eingesetzt wurde. Mit dem Testverfahren aus dem Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie fzmb in Bad Langensalza lässt sich eine Infektion innerhalb von Minuten sicher feststellen. Nach erfolgreicher Validierung vor Ort ist der Ebola-Test nun weltweit verfügbar. Derzeit forschten die Mitarbeiter daran, die Sensitivität weiter zu erhöhen, um eine gesicherte Aussagen bereits nach zwei statt bisher vier Tagen ab Krankheitsausbruch beim Patienten zu ermöglichen. Perspektivisch könnten neben Blut auch andere Körperflüssigkeiten einen Nachweis ermöglichen.

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Die 68 Gründungsinstitute der Zuse-Gemeinschaft  darunter mehrere mit interdiszi­plinärer medizintechnischer Kompetenz, schaffen als Forschungspartner des Mittel­standes einen Teil des notwendigen technologischen Vorlaufs. Unter dem Dach des Wissenschafts­verbandes arbeiten derzeit in zwölf Bundesländern mehr als 5.000 Wissenschaftler an zeitnah industriell umsetzbaren Entwicklungsprojekten.

Antibakterille Beschichtung gegen multiresistente Keime
So soll ein Beschichtungsverfahren zur nachträglichen antibakteriellen Ausstattung von Medizinprodukten die Zahl der Todesfälle durch multiresistente Keime und infizierte Wunden verringern: „Mit unserer Atmosphärendruck-Plasmabestrahlung lassen sich Pflaster, Wundauflagen oder Kompressionsverbände in der Produktion und auch nachträglich mit einer nur 30 bis 50 Nanometer starken antibakteriellen Schicht versehen“, erläutert Sebastian Spange vom Technologieentwickler Innovent in Jena. Geringer Materialbedarf beim Wirkstoff verbinde sich mit einer besseren Freisetzungs­kontrolle über den gezielten Schichtaufbau.

In der Laser- und Medizintechnik GmbH, Berlin, wird derzeit der Prototyp eines optischen Sensors zur nicht-invasiven Bestimmung des Hämoglobin-Gehalts von Blutkonserven getestet; ein Sensor zur Prüfung der Alterung von Blut vor Transfusionen ist serienreif. Zuse-Institute mit medizintextilen Forschungsschwerpunkten arbeiten unter anderem an faserbasierten Implantaten (ITV Denkendorf) oder, wie das DTNW Krefeld, an Gewebe­ersatz für die Augenmedizin. Am Sächsischen Textilforschungsinstitut Chemnitz wird an neuartigen Werkstoffen für Krankenhaus-Wäsche geforscht; hier geht es um Themen wie Antidekubitus-Bekleidung oder Smart-Textile-Bettwäsche.  © KBr/aerzteblatt.de

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