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Ärzteschaft

Arzneimittel­kommission informiert über Myopathie-Risiko durch Statine

Dienstag, 1. September 2015

Berlin – Auf eine Information zum Einsatz und zu den Wechselwirkungen der Statine hat die Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hingewiesen. Statine sind häufig eingesetzte Medikamente zur Primär- und Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse. Derzeit sind sieben Wirkstoffe mit gleichem Wirkungsmechanismus, aber teilweise erheblichen Unterschieden in der Pharmakokinetik auf dem deutschen Markt. Wegen dieser unterschiedlichen Pharmakokinetik wechselwirken die Statine auch auf unterschiedliche Weise mit anderen Arzneimitteln. „Darauf ist zu achten, wenn der Patient weitere Medikamente einnimmt, um das Risiko einer Statin-induzierten Myopathie zu minimieren“, schreibt die AkdÄ.

Eine Statin-assoziierte Myopathie mit einer signifikanten Erhöhung der Serumkrea­tininkinase (CK) ist eine seltene, aber schwere Nebenwirkung der Statine (1 pro 1.000 bis 1 pro 10.000 Menschen mit Standardstatindosis). Statin-assoziierte Muskelsymptome mit normaler oder leicht erhöhter CK wurden dagegen mit einer Prävalenz von 7 bis 29 Prozent in Register- und Beobachtungsstudien beschrieben.

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Eine Myopathie und Rhabdomyolyse tritt selten unter einer Statinmonotherapie in Standarddosierung auf, das Risiko steigt aber mit steigender Dosis und interagierenden Medikamenten.

„Gefährliche Wechselwirkungen von Statinen mit Fibraten, Ciclosporin oder HIV-/Hepatitis-C-Proteaseinhibitoren sind jedem Arzt bekannt und unterliegen einem strengen Monitoring“, schreibt die Autorin des Informationsflyers, Katrin Farker von der Universitätsklinik Jena. Genauso wichtig sei es aber auch auf die oft kurzzeitige Therapie mit Makrolidantibiotika oder Azol-Antimykotika zu achten, die als Ko-Medikation zu Statinen schwerwiegende Interaktionen verursachen könnten.  © hil/aerzteblatt.de

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