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Biopsie-Roboter unterstützt Tübinger Ärzte bei der Prostata-Diagnostik

Mittwoch, 2. September 2015

Um den Tumor besonders genau lokalisieren und diagnostizieren zu können, nutzt man eine neue, dreidimensionale Darstellung  /Uniklinik Tübingen

Tübingen – Ein neues System zur Prostatadarstellung und millimetergenauen Biopsie setzen Urologen des Universitätsklinikums Tübingen ein. Dazu werden zunächst Bilder aus dem Ultraschall und dem Magnetresonanztomografen (MRT) miteinander verschmol­zen. Eine Spezial-Software errechnet aus den beiden Datensätzen gemein­same Darstellungen. Diese dreidimensionalen Bilder nutzen die Ärzte, um mittels eines Biopsie-Roboters die Nadel zu navigieren. „Mit dieser Technik können wir Prostatakrebs deutlich besser diagnostizieren“, erläutert Stephan Kruck, Oberarzt aus der Urolo­gischen Klinik. „Das ist ein Quantensprung in der Nutzung moderner Bildgebungs­verfahren“, ist auch Sascha Kaufmann überzeugt, Oberarzt in der radiologischen Klinik.

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Der Roboter hilft dabei, menschliche Fehler oder Zittern auszugleichen. Eine weitere Besonderheit: Die Tübinger Ärzte führen diese Untersuchung nicht vom Enddarm aus durch, wie es bislang bei Prostata- Biopsien meist üblich war. „Zwar kann man vom Enddarm aus die Prostata bequem erreichen, doch dem Patienten drohen nicht unerheb­liche Infektionsrisiken durch die Darmbakterien, was bisher mit massiv dosierten Antibiotika verhindert wurde“, hieß es aus Tübingen.

Das Team um Kruck und Kaufmann wählt einen anderen Zugang, nämlich vom Damm aus – die Stelle sei besser steril zu halten und von dort seien einige Regionen der Prostata besser zu erreichen.

Auf der Grundlage der so gewonnenen Daten können die Ärzte laut Kruck ihre Patienten sehr viel verlässlicher beraten, zum Beispiel wenn es um die Entscheidung für oder gegen eine Prostata-Operation geht.

© hil/aerzteblatt.de

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