NewsPolitikIQWiG sieht keinen Zusatznutzen von Secukinumab bei Plaque-Psoriasis
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

IQWiG sieht keinen Zusatznutzen von Secukinumab bei Plaque-Psoriasis

Mittwoch, 2. September 2015

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht aufgrund des Hersteller-Dossiers keinen Zusatznutzen von Secukinumab (Handelsname Cosentyx) für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. „Die Empfehlung ist in keiner Weise nachvollziehbar. Sie blendet den Versorgungsalltag in der dermatologischen Praxis aus“, kritisierte der Hersteller. Cosentyx habe das in den Leitlinien vorgegebene Therapieziel nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen.

Die IQWiG-Wissenschafter kritisieren in ihrer Dossierbewertung methodische Mängel: Bei Patienten, für die eine systemische Therapie infrage komme, liefere das Dossier keine geeigneten Daten, weil die Studienlaufzeit zu kurz sei.

Für Erwachsene mit Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie nicht infrage komme oder bei denen sie ohne ausreichenden Erfolg war, vergleiche der Hersteller Secukinumab mit dem monoklonalen Antikörper Ustekinumab und lege dafür Daten von 313 Patienten nach 24 Wochen Behandlungsdauer aus einer noch laufenden Studie vor. „Allerdings zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behand­lungsgruppen, weder in Bezug auf die Remission noch in Bezug auf Symptome und Beschwerden oder auf schwere Nebenwirkungen und Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse“, so das IQWiG.

Anzeige

Zur Auswirkung der Behandlung auf die Lebensqualität legte der Hersteller Daten nach 16 Wochen Studiendauer vor. Aufgrund der zu kurzen Laufzeit seien diese aber nicht für die Bewertung geeignet. „Auch für diese Patientengruppe ergibt sich also kein Zusatznutzen aus dem Herstellerdossier“, so das Fazit der IQWiG-Autoren.   

Dem Hersteller zufolge gehen die internationalen Leitlinien von einem sogenannten PASI-75-Ansprechen als Therapieziel aus. „PASI“ ist ein Index zur Ermittlung des Schweregrades der Psoriasis-Erkrankung mit Werten von 0 (keine Krankheitsaktivität) bis 72 (volle Krankheitsaktivität). Er erfasst, in welcher Ausdehnung die Psoriasis-Erkrankung die vier Körperregionen (Kopf/Hals, Oberkörper, Arme, Beine) betrifft und ermittelt den Schweregrad anhand der Rötung sowie der Dicke der Plaques und Schuppung. Ein PASI-75-Ansprechen bedeutet eine Verbesserung der Hautsymptomatik um 75 Prozent, ein PASI-90-Ansprechen eine Verbesserung um 90 Prozent.

Secukinumab habe in den Studien gemessen am PASI-75- und PASI-90-Ansprechen seine signifikante Überlegenheit gegenüber Ustekinumab gezeigt. Das IQWiG habe aber den Wert für das PASI-100-Ansprechen als Maßstab angelegt, kritisiert der Hersteller.

© hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

28. Februar 2018
Berlin – Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) kritisiert, dass die sozialen Netzwerke Instagram und Facebook offenbar Bilder von Psoriasis-Hautpartien löschen, die im Rahmen einer
Soziale Netzwerke löschen Bilder von Psoriasis-Antistigmakampagne
27. Oktober 2017
Hamburg – Patienten mit einer Psoriasis leiden nicht nur unter den Hautsymptomen, sondern auch unter Vorurteilen, Ängsten und Ablehnung aus ihrem Umfeld. Darauf haben der Berufsverband der Deutschen
Psoriasispatienten leiden unter Stigmatisierung
20. Oktober 2017
Toronto und Seattle – Der Januskinase-Inhibitor Tofacitinib, der kürzlich zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis zugelassen wurde, könnte auch die Behandlungsoptionen bei der Psoriasis-Arthritis
Psoriasis-Arthritis: Januskinase-Inhibitor Tofacitinib mit guter Wirkung und möglichen Risiken
21. Juni 2017
Bethesda – Die Entdeckung von Genmutationen, die eine schwere Verlaufsform der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) verursachen, könnte zu einer neuen Therapie führen. In Nature Genetics (2017; doi:
Neurodermitis: Genmutationen liefern Idee für neue Therapie
1. Juni 2017
Köln – Bestimmte Patienten mit Psoriasis können von den monoklonalen Antikörpern Secukinumab (Handelsname Cosentyx) und Ixekizumab (Handelsname Taltz) profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das
IQWiG sieht Zusatznutzenhinweis für Secukinumab und Ixekizumab bei Psoriasis
24. April 2017
Waterloo – Kleine Unterschiede können bei monoklonalen Antikörpern große Auswirkungen auf den Therapieerfolg haben. Der spezifische Inhibitor von Interleukin 23, Risankizumab, hat in einer Phase
Psoriasis: IL-23 Antikörper Risankizumab mit überlegener Wirkung
19. Februar 2017
Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Antikörper Brodalumab zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Psoriasis zugelassen. Das Mittel hat in klinischen Studien eine
NEWSLETTER