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Medizin

Zwei Polio-Erkrankungen in der Ukraine

Donnerstag, 3. September 2015

Genf – In der Ukraine sind zwei Fälle einer Kinderlähmung aufgetreten. Auslöser waren Viren des oralen Impfstoffes, die durch Mutationen die Fähigkeit erworben haben, das Nervensystem zu befallen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Reisenden, sich vorsorglich impfen zu lassen. Rückkehrer sollten die Impfung auffrischen lassen.

Die Kinder im Alter von 10 Monaten und 4 Jahren sind am 30. Juni und am 7. Juli in der Oblast Transkarpatien erkrankt. Die Region im Südwesten der Ukraine grenzt an Rumänien, Ungarn, die Slowakei und Polen. Die genetische Untersuchung ergab, dass die Viren zu den cVDPV gehören („circulating vaccine-derived poliovirus“). Diese Viren sind in den letzten Jahren immer wieder aufgetreten. Zuletzt hat es auf Madagaskar einen kleinen Ausbruch gegeben. Die cVDPV entstehen durch Mutationen aus den Viren des oralen Impfstoffs. Die „Schluckimpfung“ enthält attenuierte Lebendviren, die sich genetisch nur wenig vom pathogenen Wildtyp unterscheiden.

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Die cVDPV sind nur für nicht geimpfte Kinder ein Erkrankungsrisiko. Die gibt es in der Ukraine zuhauf, da die Impfquote im 2014 auf 50 Prozent gefallen ist. Die WO berät jetzt mit den Behörden über eine Impfkampagne. Diese sollte möglichst rasch beginnen, um weitere Erkrankungen zu vermeiden. Notwendig wären drei aufeinander folgende Impfungen aller Kinder unter 5 Jahren. Dias wären nach Schätzung der WHO etwa zwei Millionen Kinder.

Die WHO rät allen Reisenden, einen vollen Impfschutz vor Einreise in die Ukraine sicher zu stellen. Alle Einwohner und Reisenden, die sich länger als vier Wochen in der Ukraine aufgehalten haben, sollten eine Dosis des oralen oder des inaktivierten Impfstoffs erhalten. © rme/aerzteblatt.de

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