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Medizin

Mammakarzinom: Versorgungssituation in Deutschland

Donnerstag, 3. September 2015

Köln - Jedes Jahr erkranken mehr als  70.000 Frauen in Deutschland an invasiven Tumoren der Brust. Brustkrebs ist damit die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen. Das Deutsche Ärzteblatt setzt mit drei Beiträgen einen Schwerpunkt zum Thema Mammakarzinom in der Ausgabe 35/36.

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Elke Peters, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, und Koautoren gingen der Frage nach, wie es um die Versorgung älterer Frauen, die an einem primärem Mamma­karzinom erkrankt sind, mit adjuvanter Therapie bestellt  ist (Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 577-84). Dazu werteten sie die Daten der PATH-Tumordatenbank von mehr als 3.000 Patientinnen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose und nach zwei Jahren Nachbeobachtung aus.  Es zeigte sich, dass die Gruppe der älteren Frauen über 69 Jahre, die immerhin 22 Prozent der  Untersuchten ausmachte, weniger häufig brusterhaltend operiert wurde und seltener eine Chemo- sowie Strahlentherapie  bekam als jüngere Frauen.

Christina Köster, AQUA-Institut Göttingen, und Koautoren analysierten den Zusammen­hang zwischen Fallzahl und Prozessqualität in der Mammachirurgie (Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 585-92). Als Grundlage für die Untersuchung dienten Daten der externen stationären Qualitätssicherung (esQS). In die Auswertung flossen die Daten von 153.475 Patientinnen und 939 Krankenhäusern ein. Die  Gesamtschau der Ergebnisse weist auf eine bessere Versorgungsqualität in Krankenhäusern mit größeren Fallzahlen hin.

Brustrekonstruktion nach Mammakarzinom

Jährlich wird bei rund 75 000 an Brustkrebs neu erkrankten Frauen in Deutschland eine Mastektomie in 27 % der Fälle erforderlich. Etwa ein Drittel der Frauen wünschen eine ipsilaterale Brustrekonstruktion, 1 000 weitere eine prophylaktische Mastektomie mit Rekonstruktion (N = 8 000) (e1–e3).

Bernd Gerber, Universitätsfrauenklinik Rostock, und Koautoren  geben – basierend auf der Auswertung neuester Publikationen –  einen Überblick über die Möglichkeiten sowie die Indikationen und Kontraindikationen der Brustrekonstruktion (Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 593-600). Dabei erläutern sie unter anderem, wann der beste Zeitpunkt für eine Rekonstruktion ist. So kann, wenn keine Bestrahlung erforderlich ist, eine Sofortrekonstruktion mit einem Implantat erfolgen. Ist eine Bestrahlung nach Brustentfernung jedoch indiziert, dann ist eine Rekonstruktion zu einem späteren Zeitpunkt mit körpereigenem Material  das Verfahren der Wahl.

Eingeleitet wird das Schwerpunktthema durch ein Editorial von Carolin Nestle-Krämling und Christoph Andree (Dtsch Arztebl  Int; 112: 575-6). Ihr Fazit: Neue Therapieoptionen und auch die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion sollten individuell an das Tumor­stadium, aber auch an die Wünsche und die Lebenssituation der Patientinnen angepasst werden und ihnen in jedem Alter zugutekommen. © Se/aerzteblatt.de

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