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Immer mehr barrierearme Praxen in Nordrhein

Donnerstag, 3. September 2015

Düsseldorf – Die niedergelassenen Ärzte in Nordrhein haben starke Anstrengungen unternommen, damit Menschen mit Behinderungen leichter in die Praxen gelangen und dort besser zurechtkommen. „Wir sind viel weiter, als wir es nach bisherigen Daten erhoffen konnten“, sagte Peter Potthoff, Vorsitzender Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, bei der Eröffnung der Fachtagung „Barrieren abbauen in der Praxis“ gestern in Düsseldorf.

Laut einer Umfrage der KV bei mehr als 13.000 nordrheinischen Praxen hat sich die Zahl der barrierearmen Einrichtungen in den vergangenen fünf Jahren fast verdreifacht – von 2.300 im Jahr 2010 auf 6.200 in 2015. Fast die Hälfte der Praxen in Nordrhein haben also einen barrierearmen Zugang und eine – wenn auch nicht umfassende – behindertengerechte Ausstattung.

Potthoff betonte, statt des Begriffs „barrierefrei“ lieber den Ausdruck „barrierearm“ zu verwenden. „Bei allen Vorgaben und aller Sympathie für weitreichende Ansätze sollten wir das Machbare im Blick behalten und keine zu hohen finanziellen oder bürokratische Hürden aufbauen, die davon abhalten könnten, Verbesserungen in Angriff zu nehmen“, sagte der KV-Chef. Er warnte, Pläne der Landesregierung zur Novelle der Bauordnung NRW enthielten Regelungen zur Barrierefreiheit, die sich kontraproduktiv auswirken könnten.

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Auch Klaus Balke von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) verwies auf verschiedene Initiativen und Hilfestellungen für die Praxen in den vergangenen Jahren, gab aber auch zu bedenken, dass der Umbau von Bestandspraxen mit enormen Investitionen verbunden sei.

Staatssekretärin Martina Hoffmann-Badache vom Ge­sund­heits­mi­nis­terium des Landes NRW lobte das Engagement der KV Nordrhein: „Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage zeigen, dass ich mir um die Arztpraxen keine Sorgen machen muss“, sagte sie.

Frank Opper aus Kaarst, öffentlich bestellter Sachverständiger für barrierefreies Planen und Bauen, berichtete von seinen Erfahrungen mit Bauprojekten. Der querschnitts­gelähmte Architekt plädierte für ein „Design für alle“, das für alle funktioniere, da niemand genau sagen könne, was barrierefrei, barrierearm oder seniorengerecht heiße. „Wir müssen alle Menschen erreichen und berücksichtigen, wenn wir Räume gestalten“, so seine Forderung. 

© hil/aerzteblatt.de

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