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Frühere Behandlung von Migranten spart langfristig Geld

Donnerstag, 3. September 2015

Brüssel – Staaten der Europäischen Union müssten mittel- und langfristig weniger Kosten für die medizinische Versorgung von Asylsuchenden aufwenden, wenn diese von Beginn an regelhaft versorgt würden. Das zeigt eine soeben erschienene Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA).

Die FRA hat in ihrer Studie die Ausgaben für Gesundheitsuntersuchungen und medi­zinische Versorgung anhand einer wirtschaftlichen Analyse für „Migranten in einer irregulären Situation“ in Deutschland, Griechenland und Schweden im Hinblick auf zwei der gängigsten Gesundheitsthemen untersucht: Bluthochdruck und Schwangerschafts­vorsorge. Danach könnte eine Regelversorgung für Hochdruckpatienten zu Ein­sparungen von rund neun Prozent innerhalb eines Jahres führen, die nach fünf Jahren auf 13 Prozent und im Laufe eines Lebens auf 16 Prozent steigen könnten.

Eine bessere Schwangerschaftsvorsorge könnte innerhalb von zwei Jahren zu Einsparungen von bis zu 48 Prozent in Deutschland und Griechenland und von 69 Prozent in Schweden führen.

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Zu ähnlichen Ergebnissen wie die FRA-Studie kommen auch Wissenschaftler der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Heidelberg und der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Die jährlichen Pro-Kopf Ausgaben für die eingeschränkte medizinische Versorgung bei Asylsuchenden lagen laut ihrer in der Zeitschrift PLoS One erschienen Studie in den vergangenen 20 Jahren (1994 bis 2013) um circa 40 Prozent und damit 376 Euro höher als bei Asylsuchenden, die bereits einen regulären Anspruch auf die Leistungen der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung hatten

Das haben auch die Delegierten des 118. Deutschen Ärztetages in Frankfurt betont: „Alle Flüchtlinge müssen vollen Zugang zu allen Gesundheitsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen, also zum vollen Umfang des fünften Sozialgesetzbuches, bekommen“, heißt es in der entsprechenden Entschließung. © hil/aerzteblatt.de

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