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Politik

Krankenkassen haben mehr als 15 Milliarden Euro als Reserve

Freitag, 4. September 2015

dpa

Berlin – Die gesetzlichen Krankenkassen verfügen zum Ende des ersten Halbjahres 2015 weiterhin über Finanz-Reserven in Höhe von 15,2 Milliarden Euro. Darauf hat das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) hingewiesen. Mit diesen Reserven „ist die Finanzsituation der gesetzlichen Krankenkassen weiterhin stabil“ unterstrich Bundes­gesund­heitsminister Hermann Gröhe (CDU). Eine gute Versorgung der gesetzlich Versicherten mit hochwertigen Gesundheitsleistungen und Arzneimitteln und deren nachhaltige Finanzierbarkeit müssten aber auch in Zukunft zentrales Anliegen der Krankenkassen sein.

Dem BMG zufolge standen bei den Kassen im ersten Halbjahr Einnahmen in Höhe von rund 106,09 Milliarden Euro Ausgaben von rund 106,58 Milliarden Euro gegenüber. Die Differenz von rund 490 Millionen Euro erklärt das BMG dadurch, dass etliche Kranken­kassen ihre Versicherten durch einen niedrigeren durchschnittlichen Zusatzbeitrag an ihren hohen Finanz-Reserven beteiligt haben. Ohne die damit verbundenen Minderein­nahmen ergebe sich für die 124 gesetzlichen Krankenkassen im 1. Halbjahr ein nahezu ausgeglichenes Finanzergebnis.

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Bei einer differenzierten Betrachtung nach Krankenkassenarten ergibt sich laut BMG folgendes Bild: Die AOKen verbuchten einen leichten Ausgabenüberhang von rund 112 Millionen Euro. Bei den Ersatzkassen überstiegen die Ausgaben die Einnahmen um rund 191 Millionen Euro; bei den Betriebskrankenkassen um 127 Millionen Euro und bei den Innungskrankenkassen um rund 118 Millionen Euro. Die Knappschaft-Bahn-See und die Landwirtschaftliche Kran­ken­ver­siche­rung erzielten Überschüsse von rund 48 beziehungsweise 9 Millionen Euro.

Die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds verfügte dem Ministerium zufolge Ende Juni über einen Betrag in Höhe von rund 8,6 Milliarden Euro. Der aktuelle Betrag ist damit rund doppelt so hoch wie die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve in Höhe von derzeit etwa 4,3 Milliarden Euro. Gesundheitsfonds und Krankenkassen verfügen damit zum Ende des ersten Halbjahres 2015 über Finanz-Reserven in Höhe von 23,8 Milliarden Euro.

Das BMG verwies darauf, dass aus diesem saisonbedingten Überhang keine Rück­schlüsse auf eine ähnliche Entwicklung im weiteren Jahresverlauf gezogen werden könne. Zudem seien Spekulationen darüber, mit welchen konkreten Ausgaben- und Einnahmesteigerungen die Gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) 2016 zu rechnen hat und wie sich der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz im kommenden Jahr entwickeln wird, derzeit noch verfrüht.

Konkretere Prognosen zur Finanzentwicklung der GKV im laufenden und im Folgejahr werde Mitte Oktober der aus Experten des Bundesversicherungsamts, des Bundes­ministeriums für Gesundheit und des GKV-Spitzenverbands bestehende GKV-Schätzerkreis vornehmen. Auf Basis der Ergebnisse des Schätzerkreises wird zum 1. November der durchschnittliche Zusatzbeitrag für das Jahr 2016 errechnet und bekanntgeben. © hil/aerzteblatt.de

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