NewsÄrzteschaftBundes­ärzte­kammer fordert Stärkung der palliativen Versorgung in Kliniken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bundes­ärzte­kammer fordert Stärkung der palliativen Versorgung in Kliniken

Freitag, 4. September 2015

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat gefordert, die allgemeine Palliativversorgung in Krankenhäusern zu stärken. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland sei ein „wichtiger Schritt, die Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung in wesentlichen Bereichen weiter auszubauen und zu konsolidieren“, heißt es dazu in einer Stellungnahme der BÄK. Allerdings gebe es Nachbesserungsbedarf an dem Gesetzentwurf unter anderem bei der allgemeinen Palliativversorgung im Krankenhaus.

Der Bundes­ärzte­kammer zufolge verstirbt nahezu die Hälfte der Menschen in Deutschland im Krankenhaus – überwiegend aber nicht in den Palliativstationen, sondern in Fachabteilungen und Allgemeinstationen. „Durch die Stärkung der allgemeinen palliativen Versorgung in den Krankenhäusern würde die derzeit bestehende Lücke geschlossen“, verweist die Kammer in ihrem Bericht. Dazu müsse ausreichend qualifiziertes ärztliches und nicht-ärztliches Personal zur Verfügung stehen. Um in Anbetracht der demografischen Entwicklung genügend Personal rekrutieren zu können, seien hier „dringend begleitende Maßnahmen notwendig“.

Anzeige

Außerdem spricht sich die BÄK für ein abgestuftes Konzept einer differenzierten Hospiz- und Palliativversorgung aus. Um die Patienten bedarfsgerecht betreuen zu können, müssten sowohl ambulante und stationäre, als auch allgemeine und spezialisierte Versorgungsangebote vorgehalten werden.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) hatte im März einen Entwurf eines Hospiz- und Palliativversorgungsgesetzes vorgelegt. Die darin aufgeführten Maß­nahmen sollen dazu beitragen, „dass alle Menschen an den Orten, an denen sie ihre letzte Lebensphase verbringen, auch im Sterben gut versorgt und begleitet sind“. Dafür nimmt die schwarz-rote Koalition Mehrkosten von rund 200 Millionen Euro pro Jahr in Kauf. Die Anhörung im Bundestag zu dem Vorhaben ist für den 21. September vorgesehen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2019
Berlin – Der freiwillige Verzicht auf Essen und Trinken (FVET) am Lebensende, auch als „Sterbefasten“ bezeichnet, ist der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) zufolge nicht als Suizid zu
Achtung des Patientenwillens hört nicht beim Sterbefasten auf
14. Oktober 2019
Berlin – Patientenschützer haben sich für einen gesetzlichen Anspruch auf Hospizleistungen ausgesprochen. Nur 30.000 Schwerstkranke hätten die Chance, in einem der 236 stationären Hospize in
Ruf nach gesetzlichem Anspruch auf Hospizleistungen
13. September 2019
Berlin – Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Lukas Radbruch, sieht weiter „weiße Flecken auf der Landkarte der Palliativversorgung“. In ländlichen Gebieten sei der Weg
Mediziner beklagen „weiße Flecken“ bei Palliativversorgung
28. August 2019
Berlin – Im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie ist eine aktualisierte S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patient*innen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ unter der Federführung der
Erweiterte S3-Leitlinie zur Palliativversorgung bei nicht heilbaren Krebserkrankungen erschienen
5. August 2019
München – Einen Ausbau der palliativmedizinischen Angebote hat Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) angekündigt. „Unser Ziel ist letztlich die Verdoppelung der Hospiz- und
Bayern will palliativmedizinische Angebote weiter ausbauen
25. Juli 2019
München – Ambulante Pflegedienste können schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrem Zuhause künftig versorgen. Darauf hat der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) unter Verweis
Palliativversorgung in häuslicher Krankenpflege auf dem Weg
18. Juni 2019
Berlin – Im neuen „Atlas der Palliativversorgung in Europa“ der European Association for Palliative Care (EAPC) nimmt Deutschland beim europaweiten Vergleich der Palliativversorgung Platz 15 von 49
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER