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Ärzteschaft

Mehr als 800 Ärzte in Berlin melden sich für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe

Montag, 7. September 2015

Flüchtlinge warten vor dem  Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin dpa

Berlin – Für eine „beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft“ bedankt sich die Ärztekammer Berlin bei den Ärzten der Stadt. Mehr als 800 von ihnen seien dem Aufruf der Kammer gefolgt und stünden für die ehrenamtliche Betreuung von Flüchtlingen zur Verfügung. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) weist darauf hin, dass im Augenblick genügend Ärzte zur Verfügung stehen und bittet um Verständnis, dass es im Augenblick nicht allen, die sich dankenswerterweise gemeldet haben, eine Rückmeldung geben könne.

Mitte August hatte die Kammer kritisiert, neu ankommende Flüchtlinge in Berlin erhielten keine adäquate medizinische Versorgung. Wegen fehlender Kapazitäten beim LaGeSo würden sie über Tage nicht als Asylsuchende registriert. Die Hilfesuchenden müssten vor dem Amt bei „prekären und beispiellosen hygienischen Bedingungen“ campieren. „Die große Hilfsbereitschaft unter Ärzten, aber auch unter Bürgern, genauso wie bei den zahlreichen ehren- und hauptamtlichen Helfern zeigt das überwältigende humanitäre Potenzial von Berlin“, sagte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz. Jetzt sei wichtig, dass die zuständigen Senatsverwaltungen der Stadt die angebotene Hilfe adäquat koordinieren, so der Kammerpräsident.

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Laut der Kammer gibt es aber weiterhin Probleme, besonders bei der Versorgung mit Medikamenten. „Die gewaltige vor uns liegende Aufgabe kann nur bewältigt werden, wenn alle politisch Handelnden gemeinsam ihrer Verantwortung nachkommen und an einem Strang ziehen“, betonte Jonitz.

Die Notversorgung am LaGeSo betrifft laut der Ärztekammer die ankommenden Flüchtlinge. Menschen, die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz anspruchsberechtigt sind, erhalten einen grünen Behandlungsschein für die Betreuung in Praxen. Dieser Schein, der quartalsweise ausgestellt wird, dient zur Abrechnung der ärztlichen Leistungen und ist auch Grundlage für Überweisungen.  

© hil/aerzteblatt.de

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