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Medizin

USA: Jeder zweite Erwachsene hat Diabetes oder Prädiabetes

Dienstag, 8. September 2015

dpa

Silver Spring – Mehr als 12 Prozent aller erwachsenen US-Amerikaner hat einen Diabetes. Die Vorstufe Prädiabetes wurde in einer landesweiten Querschnittstudie bei zusätzlichen 38 Prozent gefunden. Nach den im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2015; doi: 10.1001/jama.2015.10029) publizierten Ergebnissen hat demnach jeder zweite erwachsene US-Bürger ein Problem im Zuckerstoffwechsel.

Die Centers for Disease Control and Prevention lassen in den National Health and Nutrition Examination Surveys regelmäßig den Gesundheitszustand der Bevölkerung untersuchen. Schon in früheren Stichproben war aufgefallen, dass immer mehr Amerikaner eine diabetische Stoffwechsellage haben, häufig ohne es zu wissen. Schon im Zeitraum zwischen 1988 bis 1994 hatten 9,8 Prozent der über 20-Jährigen einen Diabetes (der in aller Regel ein Typ 2-Diabetes ist). In den Erhebungen von 2001 bis 2002 stieg die Prävalenz auf 10,8 Prozent, und nach den jüngsten Zahlen aus den Jahren 2011 bis 2012 sind 12,4 Prozent der US-Erwachsenen Diabetiker.

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Andy Menke von Social & Scientific Systems in Silver Spring in Maryland legte der Untersuchung eine derzeit übliche Definition zugrunde: ein HbA1c-Wert von 6,5 Prozent oder höher oder ein Nüchternblutzucker ab 126 mg/dl definiert den Diabetes. Wurden zusätzlich Personen einbezogen, deren 2-Stunden-Wert im oralen Glukosetoleranztest bei mindestens 200 mg/dl lag, stieg die aktuelle Diabetes-Prävalenz sogar auf 14,3 Prozent.

Hinzu kamen noch einmal 36,5 Prozent beziehungsweise 38,0 Prozent der Erwachsenen mit einem Prädiabetes. Diese Vorstufe des Typ 2-Diabetes wurde einmal definiert durch einen HbA1c-Wert zwischen 5,7 und 6,4 Prozent oder einem Nüchtern­blut­zucker von 100 bis 125 mg/dl. Bei der zweiten Zahl wurden auch Personen berück­sichtigt, deren 2-Stunden-Wert im oralen Glukosetoleranztest zwischen 140 und 199 mg/dl lag.

Nicht alle Menschen mit Prädiabetes entwickeln einen Typ 2-Diabetes. Das Risiko ist jedoch beträchtlich, wie die Diabetes-Prävalenz bei den Senioren zeigt: 24,7 Prozent (beziehungsweise 33,0 Prozent nach der erweiterten Definition) der über 65-jährigen Amerikaner sind zuckerkrank.

Die einzige gute Nachricht ist, dass der Trend, der in den 80er Jahren einsetzte, offenbar – auf einem sehr hohen Niveau – gestoppt wurde. Seit der Stichprobe von 2007/2008 sei die Prävalenz stabil, berichtet Menke. Ein ähnliches Plateau wurde zuletzt auch in der Adipositas-Prävalenz gefunden. Die Fettleibigkeit gilt neben dem Bewegungs­mangel als Hauptursache des Typ 2-Diabetes.

Der Diabetes ist in den USA (und sicherlich nicht nur dort) eine Erkrankung der Minderheiten und ökonomischen Randgruppen: Bei den Amerikanern europäischer Herkunft beträgt die Prävalenz 11,3 Prozent, bei den Afroamerikaner und den Hispanics sind es 20,6 beziehungsweise 22,6 Prozent. Überraschend war auch ein hoher Anteil bei den Asiaten mit 20,6 Prozent, obwohl die Adipositas in dieser Bevölkerungsgruppe weniger verbreitet ist.

Akademiker erkrankten zu 9,7 Prozent, High-School-Abbrecher zu 18,6 Prozent. Im oberen Einkommensdrittel sind 8,0 Prozent, im unteren Drittel dagegen 17,8 Prozent der Erwachsenen Diabetiker. © rme/aerzteblatt.de

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