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Individuelle Diät steht bei Therapie des Reizdarms im Vordergrund

Donnerstag, 10. September 2015

Berlin/Leipzig – Eine individuell abgestimmte Diät sollte bei der Therapie des Reizdarmsyndroms im Vordergrund stehen. „Nahrungsbestandteile können wichtige Strukturen im Verdauungstrakt beeinflussen, entweder direkt oder über die im Darm lebenden Bakterien“, erklärte der Experte der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS), Thomas Frieling.

„Da den Beschwerden unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen, gibt es beim Reizdarmsyndrom kein Patentrezept“, betonte der Direktor der Medizinischen Klinik II des Helios Klinikums Krefeld. Eine Diät, die sich an den Symptomen ausrichtet, sollte aber immer an erster Stelle stehen. Patienten, die vor allem unter Verstopfung litten, profitierten von einer ballaststoffreichen Ernährung. Für Betroffene mit schmerzhaften Blähungen sei die faserreiche Kost hingegen wenig förderlich. „Ich empfehle Patienten zunächst mit Hilfe eines Ernährungstagebuchs herauszufinden, welche Nahrungsmittel sie besonders gut vertragen und welche nicht“, sagte Frieling.

Eine erfolgversprechende Diät für rund Dreiviertel der Reizdarmpatienten sei die so genannte FODMAP-Diät. Betroffene verzichten hierbei auf „Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und (and) Polyole“. Diese Einfach- und Mehrfachzucker sowie Polyalkohole werden von Bakterien im Dickdarm vergärt und tragen so zur Entstehung blähender Gase bei. Zudem ziehen sie große Mengen Wasser in den Darm und verursachen Durchfälle.

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Zu ihnen zählen etwa Fruktose in Früchten oder Honig, Laktose in Milchprodukten, Fruktane in Weizen, Knoblauch oder Zwiebeln, Galaktose in Bohnen, Linsen und Sojabohnen, sowie die „Zuckeraustauschstoffe“ Xylit, Sorbit und Maltit, die natürlicherweise in Pflaumen, Aprikosen oder Mais vorkommen. Angesichts der hohen Zahl FODMAP-haltiger Lebensmittel sei die Diät im Alltag jedoch oftmals schwierig umzusetzen, so Frieling. „Auch wenn die Erfolgsaussichten bei einer FODMAP-armen Diät hoch sind, dürfen wir nicht das Ziel aus den Augen verlieren, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern“, sagt der DGVS-Experte. Er betonte: „Wenn die Diät zur Qual wird, ist das Ziel nicht erreicht“.

Nach Schätzungen der DGVS leiden bis zu zwölf Millionen Menschen in Deutschland unter anhaltenden Bauchbeschwerden, die sich als Blähungen, Schmerzen, Durchfälle oder Verstopfung äußern.

© hil/aerzteblatt.de

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