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Überblick zur Diagnostik von FASD bei Erwachsenen

Mittwoch, 9. September 2015

Berlin – Zum heutigen „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“ ist das Buch „Suchtge­fährdete Erwachsene mit Fetalen Alkohohlspektrumstörungen“ erschienen, das aus einem Forschungsprojekt der Bundesregierung hervorgegangen ist. „Jedes Jahr kommen in Deutschland etwa 2.000 Kinder mit dem Vollbild einer Fetalen Alkoholspektrumsstörung (FASD) zur Welt. Weitaus mehr Neugeborene leiden unter Teilstörungen und Beeinträchtigungen, die durch den Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft verursacht wurden“, sagte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, gestern anlässlich der Vorstellung des Buches in Berlin.

„Jede und Jeder muss wissen, dass bereits ein Gläschen Alkohol in der Schwanger­schaft eine lebenslange Behinderung des Kindes verursachen kann. Daher gilt: In der gesamten Schwangerschaft immer null Promille! Menschen mit FASD brauchen unsere gezielte Hilfe.“ Dafür sei das vorgestellte Buch ein Meilenstein.

Aufklärung über die Folgen des Alkohols so früh wie möglich
„Trotz vieler Präventionsprojekte zur Vermeidung der Fetalen Alkoholspektrumstörung ist es nicht im Bewusstsein aller Frauen und Männer verankert, dass Alkohol in der Schwangerschaft zu lebenslangen Behinderungen führen kann“, betonte die Vorsitzende von FASD-Deutschland, Gisela Michalowski. „Aufklärung über die Folgen des Alkohols in der Schwangerschaft sollte so früh wie möglich, zum Beispiel im Sexualunterricht der 3. Klasse, beginnen.“

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Aus den Kindern mit FASD würden Erwachsene mit FASD, deren Versorgungssituation in Deutschland katastrophal sei. Nur in Berlin gebe es die Möglichkeit der Diagnostik. „Die meisten Therapeuten kennen FASD nicht und können keine geeigneten Hilfsan­gebote für die Erwachsenen mit FASD einleiten. Daher müssen gerade im Bereich der Transition noch Hilfsangebote geschaffen werden“, forderte Michalowski.

Das Buch „Suchtgefährdete Erwachsene mit Fetalen Alkoholspektrumstörungen“ gibt eine Einführung in die Diagnostik bei Erwachsenen mit FASD und zeigt Screening- und Interventionsansätze auf.  Es wird herausgegeben von Gela Becker, Klaus Hennicke und Michael Klein unter Mitarbeit von Mirjam N. Landgraf und ist im Verlag De Gruyter unter der ISBN-Nummer 978-3-11-042511-6 erschienen.

© fos/aerzteblatt.de

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